Sonntag, 28. Juni 2015

Stilfrage

So lange es hier noch zur öffentlichen Toilette geht, ist Britannien nicht verloren ...

Und nein, ich habe nicht aufgehört zu bloggen. Aber die letzten beiden Wochen waren derartig ereignisreich und voller Eindrücke, dass ich kaum zum Schreiben oder Photographieren gekommen bin. Also eigentlich war es weniger der Photographiermangel, als mehr der Mangel an Ruhe für die Nachbearbeitung ...

Sonntag, 14. Juni 2015

Samstag, 13. Juni 2015

Rostgemälde

Vor Kurzem war ich im Dampflokmuseum Hermeskeil. Bernd Falz hat dort seine Privatsammlung alter Loks zur Besichtigung freigegeben. Die Recherche in einschlägigen Eisenbahnforen ergibt, dass Herr Falz und seine Sammeltätigkeit unter Eisenbahnfreunden nicht eben unumstritten sind. Der Mann hat auf einem alten Bahngelände mit Drehscheibe und Lokschuppen eine unüberschaubare Zahl von Dampfloks angesammelt. Dazu gesellen sich ein paar deutsche Krokodile und ein einige Köfs. Allerdings befinden sich fast alle Loks in einem - aus der Sicht des Eisenbahnfreundes - erbärmlichen Zustand. Nichts, oder fast nichts ist mehr fahrbereit, Rost frisst sich durch die Kessel und die Tender ähneln eher den Hochbeeten einer Birkenzucht.

Das ganze Areal machte auf mich eher den Eindruck eines riesigen Abenteuerspielplatzes, bei dem ich nicht wusste, wo ich zuerst hinschauen sollte. Ich bin mir sicher, dass ich die Sammlung des Herrn Falz noch einmal besuchen werde, da ich gar nicht alles in mich aufsaugen konnte, was sich mir geboten hat.

Für dieses mal habe ich versucht festzuhalten, welch wundervolle Bilder Rost und Wetter auf die Loks gemalt haben.












Donnerstag, 4. Juni 2015

Kleines Experiment

Nachdem Streamzoo zu meinem sehr großen Bedauern schon seit längerem zugemacht hat, bin ich auf der Suche nach einer Socialsharingdingensbilderentdeckungsplattform. Eine Zeitlang habe ich mal Instagram versucht, aber da ist der Funke nie übergesprungen - wenn ich was zu essen sehen will, mach ich den Kühlschrank auf.
Deshalb teste ich jetzt einfach mal Eyeem, zugegeben nicht mehr ganz so neu, aber mal schauen, was daraus für mich wird. Der Umzug lief mit instagram 2 eyeem schonmal völlig problemlos und Speisebilder habe ich bis jetzt auch noch keine gefunden.

Zum Start einfach mal ein wenig Industrieromantik:

Montag, 1. Juni 2015

Jetzt ist aber mal gut!

Was seht ihr auf dem Bild? Ein Stück Sandkasten? Neue Bretter? Alte Bretter? Eine blaue Wand?

Richtig und falsch!

Ich sehe da vor allem ein Loch. Dieses uselige Ding da in der Mitte -  das ist das, worauf ich nach dem letzten Samstag besonders stolz bin. Aber von vorne:

Am Samstag habe ich angefangen, die vergammelten und fürchterlich unstabilen Kiefernplatten auf unserer Terrasse durch deutlich stabilere Dielen zu ersetzen. Mein bester Freund hat mit angepackt, meine Pläne haben sich als durchaus geeignet erwiesen und das Wetter hat auch noch mitgespielt. Aber am allerwichtigsten für mich ist, dass ich mich nicht gnadenlos angetrieben habe, das Ding an einem Tag fertig zu zimmern. Ja, ich weiß, mit zwei Nichtprofis baut man in einem Tag keine Terrasse. Euch ist das vermutlich klar. Aber es hat Zeiten in meinem Leben gegeben, da hätte ich nicht eher aufgehört, bis ich komplett fertig gewesen wäre - oder eben die Terrasse. Ein ganzes Haus habe ich auf die Weise gebaut. Ohne Rücksicht auf Verluste, ohne auf meine Seele und meinen Körper zu hören, immer weiter.

Warum nur?

Der Satz aus der Überschrift - Jetzt ist aber mal gut! - hat bei mir zwischen 37 und 38 Jahre lang nicht funktioniert. Ich kannte keine Maß und kein Ziel für meine eigene Leistung. Es war nie gut genug. Und sollte ich es tatsächlich einmal geschafft haben, meine eigenen Erwartungen zu erfüllen, habe ich die Erwartungen eben ein gutes Stück höher geschraubt. Hauptsache immer weiter.

Warum?

Ich habe heute keine Ahnung mehr, wem ich was beweisen wollte. Sicher war dieses selbstzerstörerische Verhalten auch in einer Angst begründet, was andere Leute denken würden, wenn ich etwas abliefere, das nicht perfekt ist und stattdessen eine Pause mache. (Ich habe in den letzten Jahren eine Menge Menschen meines Alters kennen gelernt, die auf ähnliche Weise sozialisiert wurden: Nach außen hin muss alles stimmen, was sollen sonst die Leute denken. (Dass da ein Problem meiner Generation liegt, ist von Anne-Ev Ustorf ja eindrucksvoll beschrieben worden.))

Aber selbst, als ich diesen Mechanismus - immer weiter, denn es ist nie gut, schnell, schön, wasauchimmer genug - erkannt hatte, mich ausgiebig, schmerzvoll und tränenreich mit meiner Biographie auseinander gesetzt hatte, erlag ich dem Mechanismus, meine Latte immer höher zu legen. (Genau genommen tu ich das jetzt gerade auch. (Ich habe heute schon einen ganzen Berg Zeug weggeschafft, aber ich hab da noch ein paar Karten im Nacken, die dringend geschrieben werden wollen. Auf der Gefühlsebene ist es reichlich egal, dass ich seit heute morgen 6:30 auf den Beinen bin und Zeug erledige - die Karten sitzen mir im Nacken. Das nervt! Immerhin habe ich es erkannt ...))

Es ist so einfach, einem solchen Mechanismus zu erliegen. Einem Mechanismus, den ich über Jahrzehnte eingeübt habe. Ist doch normal, dass ich mich schlecht fühle, versagt habe, nicht genug geschafft habe. Immerhin fühlt sich das sicher und bekannt an. Keine Experimente! Und genau das macht es mir so schwer, aus diesem Verhaltensmechanismus auszubrechen.

Aber!

Wie man oben sieht, gelingt es mir immer wieder, mit diesem Verhaltensmuster zu brechen. Und wie ich finde, zunehmend besser. Und wenn es mir nicht gelingt, dann bin ich mir dessen immerhin bewusst, dass es mir nicht gelingt, dass ich schon wieder in meiner eigenen Anspruchsmühle feststecke.

In diesem Sinne werde ich mir jetzt das uselige Loch auf der Terrasse anschauen und ein wenig stolz auf mich sein!