Mittwoch, 31. Dezember 2014

Kleiner Umbau zum Jahreswechsel

Keine Angst, der Inhalt bleibt gleich. Ich hatte einfach bloß keine Lust mehr auf abgerundete Ecken und rotbraunen Hintergrund.

Dienstag, 30. Dezember 2014

Provinzausblicke

Vor kurzem hat mich eine Verschlechterung meines Gesundheitszustandes (sei dies ein Euphemismus) dazu gezwungen, erstens einige Wochen in Lahnstein zu verbringen und zweitens, das Lahntal mit dem Zug zu bereisen.

Dabei ist folgende kleine Fotoserie entstanden, zu der ihr euch eine der beiden folgenden Einleitungen aussuchen dürft:
  1. Die immer gleiche Kameraperspektive des im Zug sitzenden Photographen ermöglicht tiefe Einblicke in die deutsche Provinzarchitektur entlang einer Bahnlinie. Die immer gleiche Entwicklung des Bildes mittels imitiertem Crossprocessing-Effekt unterstreicht eindrucksvoll den inneren Zusammenhang der Photoserie.

  2. Das Lahntal. Nirgendwo wirst du mehr Abschaum und Verkommenheit versammelt finden als hier.





 Die vollständige Serie "Provinzausblicke" gibt es in meinem Flickralbum.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Netzfund für Freunde der irischen Ballade

Unsere niederländischen Nachbarn von Omrop Fryslân veranstalten regelmäßig kurze Konzerte. In den Jahren 2013 und 2014 waren dort auch die Dublin Legends zu Gast.
Da mit Gerry O'Conner (ihr wisst schon, der Typ, der mit Joe Bonamassa den Blues hat), Sean Cannon und Eamonn Campbell sowie Paul und Patsy Watchorn hier wahrlich echte Folklegenden auf der Bühne stehen, und die Qualität der Videos ziemlich gut ist und ich gerade einfach Bock darauf habe, kann ich euch meine Lieblingsmusik nicht vorenthalten.


Bitteschön:

2013 mit Patsy Watchorn am Gesang:




Und 2014 mit seinem Bruder Paul an Five-String-Banjo und Stimmbändern:


Ja, ich weiß, die wirklich wahrlich echten Legenden Barney McKenna, Ronny Drew, Ciaron Bourke und Luke Kelly sind nicht mehr unter uns.
Aber der Himmel kann kein ganz schlechter Platz sein, wenn die Herren da oben einen kleinen Engelschor eröffnet haben. Halleluja!

Richard Norden - Schreibtipps für Schriftsteller

Creative Writing und - damit verbunden - der Indie-Buchmarkt fristen ja in Deutschland eher ein Nischendasein. (Ob das an unserer preußischen Obrigkeitshörigkeit, oder an irgendeinem komischen Elitedenken liegt, wäre mal interessant heraus zu finden. Ich vermute nur, dass dieses deutsche E- und U-Dings der Sache nicht sehr förderlich wäre. Wurst, erstmal ...)

Einer von denen, die auf dem Indiebuchmarkt mit Begeisterung aktiv sind, und sich auch um Nachwuchsschreiber kümmern, ist Richard Norden. Da ich zu den Abonnenten seines Newsletters „WritersWorkshop E-Zine“ gehöre, hatte ich die Möglichkeit, ein kostenloses Rezensionsexemplar des Buches „Schreibtipps für Schriftsteller“ zu erhalten. Dann also mal los:

Das Buch: 
„Schreibtipps für Schriftsteller“ ist der neueste Ratgeber von Richard Norden, der diesen selbst als einen „etwas anderen Schreibratgeber“ bezeichnet. Anders insofern, als das Norden sich hier, im Gegensatz zu seinen anderen Ratgebern nicht eines klar umrissenen Themas widmet, sondern einen Sammelband rund ums Thema Schreiben und Schreibtechniken anbietet.
Den Grundstock des Buches bilden Artikel, die Newsletterabonnenten bereits kennen, und in denen der Bogen gespannt wird von Themen wie „Jahresplanung für Schriftsteller“, über „Wie viele Handlungsstränge sollte Ihr Roman haben“ bis hin zu „Nie mehr Ideenmangel durch mobile Notizen“. Jeder dieser Artikel steht für sich, die Reihenfolge scheint dabei allerdings ein wenig willkürlich, was aber, so Norden für Abwechslungsreichtum sorgen soll.

Was hat es mir gebracht: 
Richard Norden ist nicht Stephen King und „Schreibtipps für Schriftsteller“ ist nicht „Über das Schreiben“. Trotzdem habe ich bis jetzt aus Nordens Buch mehr konkreten Rat erhalten als aus Kings altem Klassiker - auch wenn der nicht nur für King-Fans faszinierend und interessant ist.

Für wen könnte es interessant sein: 
„Schreibtipps für Schriftsteller“ wendet sich an alle, die Texte produzieren, sei es aus Spaß an der Freude oder für den (Indie-)Buchmarkt. Durch die breite Mischung der Themen kommen nicht nur Schreibanfänger auf ihre Kosten, auch wer sich schon länger mit Schreiben und Schreibtechniken auseinandersetzt, wird noch die ein oder andere Neuigkeit finden.

Fazit: 
„Schreibtipps für Schriftsteller“ ist zum Preis von 2,99€ bei Amazon (nicht gepsonsorter Link (!)) als ebook erhältlich und bietet eine reichhaltige Fundgrube lesenswerter Artikel und Praxistipps aus dem Newsletter „WritersWorkshop E-Zine“. Sowohl das Buch als auch den Newsletter kann ich Schreibbegeisterten Menschen nur ans Herz legen.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Endlich

Mein Freund Rainer hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass unsere Freundin Julia ihn auf etwas aufmerksam gemacht hat, das ich euch unmöglich vorenthalten kann:

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt

Der Meterzehn, der durch unser Haus wuselt, hat gerade die Weltraumphase. Sonne, Mond, Sterne, Weltraum - die Eltern unter euch kennen das bestimmt.
Die großartigen Bilder, die Alexander Gerst zur Erde geschickt hat, waren eine echte Fundgrube, und auch mit diesem Marspanorama wurde häufig gespielt. Kommentar der Kleinen: „Oh überall Sand. Da kann man bestimmt direkt aussteigen und losspielen.“
Von der Erklärung, dass das leider nicht so leicht möglich ist, kamen wir relativ schnell auf die Mondlandung, und wer denn der erste Mensch auf dem Mond war.

Ich: „Neil Armstrong. Ein Mann aus Amerika.“
Sie: „Aha! Und wer war die erste Frau?“
Ich: „Da war noch keine.“
Sie: „Doof, aber dann kann ich das ja werden.“
Nachdenkpause
Sie wieder: „Frauen können doch Astronaut werden, oder?“
Ich: „Ja klar.“
Sie: „Puh, dann ist gut. Und wer war die erste Astronautenfrau?“
Ich: „Valentina Tereschkova. Eine Frau aus Russland.“

Da ich mittlerweile raus habe, dass nach so einer Fragerunde spätestens am nächsten Tag mindestens vier oder fünf Nachbohrungen kommen, beschließe ich, mich über Valentina Tereschkova zu informieren. Da ich aktuell über kein gutes Buch zur sowjetischen Raumfahrt verfüge (Empfehlungen gern in die Kommentare), musste Frau Google herhalten.
Und da nahm das ganze für mich erst seinen Lauf.

Neben dem üblichen Wikipediaeintrag fand ich auch zwei Artikel der Zeit: einen aus dem Jahr 2012, einen anderen aus dem Jahr 2014. (Der politikkundige Leser wird den Schwan am Horizont schon erkennen.)

Der Artikel aus dem Jahr 2012, überschrieben mit „Die Kosmonautin, die für Putin kämpft“, widmet sich auch der Politikkarriere der ehemaligen Kosmonautin. In einem recht sachlichen Überblick darüber, wie es dazu kam, dass ausgerechnet eine Arbeiterin und Hobbyfallschirmspringerin für einen Orbitalflug ausgewählt wurde, findet selbstverständlich auch die propagandistische Wirkung des Unternehmens seinen Raum. Tereschkovas Flug fand am 16. Juni 1963 statt, in einer Zeit, in der das sowjetische Weltraumprogramm dem US-amerikanischen noch um Lichtjahre voraus war. Selbstverständlich war die Botschaft, ausgerechnet eine einfache Arbeiterin ins All zu schicken, wohl überlegt.
Der zweite Teil des Artikels widmet sich dann der Tatsache, dass Frau Tereschkova mittlerweile für die Partei „Einiges Russland“ in der Duma sitzt. (Die Zeit schreibt hier „ausgerechnet“ und spielt damit wohl den Gegensatz zwischen Tereschkovas Funknamen „Möwe - als Freiheitssymbol - und die Innenpolitik Putins an.)

Der zweite Artikel stammt aus dem Mai 2014, also einer Zeit, in der das Wort „Putinversteher" längst zum Schimpfwort geworden ist. Dieser Artikel eröffnet mit den technischen Schwierigkeiten der orbitalen Raumfahrt, die 1962 ungleich größer waren, als heute.
Der erste Sekretär Chruschtschow ruft dort „aufgekratzt“ in einen Telefonhörer, während Tereschkova „eingequetscht, verkabelt und behelmt“ die Erde umkreist. Das Bild der Hündin Laika will mir nicht aus dem Kopf.
Und dann geht es richtig los: Frau Tereschkova aus „westlicher Sicht“ verstehen zu wollen, sei „wie gegen eine Wand zu laufen“. (Arme ahnungslose Autorin ...) Valentina Tereschkova ist für die Verfasserin, Nina Pauer, nicht mehr als eine Marionette, die ausschließlich der sowjetischen Propaganda dient. Allein die körperliche und mentale Leistung eines Kosmonauten ist in den Zeiten eines sich anbahnenden neuen kalten Krieges wohl keiner großartigen Erwähnung mehr wert. War ja immerhin eine Russin und damit per se eine Putinversteherin. In der Schilderung ihrer späteren Politikkarriere wird von Tereschkova dann nur noch als der „feisten russischen Rentnerin“ gesprochen, die ohne „erkennbare eigene Agenda“ vor sich hin altert.

Spätestens hier kriege ich das Kotzen und wünsche der Autorin zwei, drei gesegnete Parabelflüge und ein paar Runden in der Zentrifuge.
Aber spätestens seit Max Uthoff und Claus von Wagner wissen wir, dass auch und gerade von der Zeit nichts anderes mehr zu erwarten ist.



Ich für meinen Teil freue mich jetzt einfach weiter an der unschuldigen Begeisterung unserer Tochter für den Weltraum. Kirk Ende!