Freitag, 24. Oktober 2014

Umzugsvollzug

So, Welt. Ich hab die Pappe auf. Ich bin umgezogen. Zur Tante Google.

(Einsatz des Chores: Buh, Verräter, Ausziehen)

How comes?
Nun, dieser Schritt hat mehrere Gründe. Fangen wir kurz mit den akuten an:

Nachdem meine bestehende Wordpressinstallation jetzt zum zweiten mal das Ziel des osteuropäischen Sexseitenwerbegewerbes geworden ist, und mir Strato keine (bequeme (dazu komme ich später noch) Möglichkeit bietet, Wordpress 4.0 zu installieren, musste eine Lösung her.
Mit meinem aktuellen Gesundheitszustand geht eine ausgewachsene Konzentrationsschwäche mit geringer Frustrationstoleranz einher. Deshalb scheidet im Moment (!) das äußerst verlockende Angebot von uberspace leider aus.

Kommen wir zum chronischen Grund:
Meine Bilder mache ich in den allermeisten Fällen mit einem Telephon. Ergo (oder um den großen Jochen Malmsheimer zu zitieren: Ergalso) brauche ich eine funktionierende App für iOS. Da die Wordpressoriginalapp aber völlig indiskutabel und unzuverlässig läuft, Pressgram mittlerweile leiderleiderleider eingestellt ist und alles andere auch mehr oder weniger Kernschrott ist und ich nicht selbst programmieren kann, wuchs mein Frust von Woche zu Woche.

S9y hätte ich ja noch eine Chance gegeben, aber die sind noch nicht so wirklich auf den Mobilzug aufgesprungen.

Ergalso: Verkaufen, Fremdhosting, lasst mich mit allem in Ruhe, tumblr oder blogspot!

Ihr seht selbst, dass tumblr (obwohl ich das ausgesprochen gerne mag) mir für diesen Blog hier ein wenig zu wenig funktional ist.

Wie schon angedeutet. Das hier ist nicht meine Traumlösung, uberspace schwebt in weiter Ferne vor mir, hier stehen noch jede Menge Umzugskartons, aber wer mag, ist herzlich eingeladen, auf dem Zwischenstück seine RSS-Links ein wenig anzupassen.

Tausend Dank für den Fisch und alles #ihrkenntdas

Freitag, 17. Oktober 2014

Einfach mal DANKE sagen

Hallo Welt,
die letzte Woche war beschissen, da mache ich keinen Hehl draus (ja, es gab auch sehr gute Entwicklungen, aber so alles in allem, war das eine Woche für die Füße).

Aber dann, Obacht!

Vor zwei Tagen setzte ich folgende Statusmeldung ab:

Was dann kam, hat seinen Anteil daran, mich wieder ein gutes Stück in die Spur zurück zu setzen - auch wenn ich immer noch hundemüde bin und 14 Stunden am Stück schlafen kann. Die Statusmeldung verhallte nämlich nicht so einfach, sondern es kamen unglaublich viele und liebe Worte zurück. Worte, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und das waren bitteschön nur die Reaktionen, die mich nicht als PM erreicht haben. Ich bin immer noch unglaublich gerührt und möchte deshalb nur zwei Dinge sagen:

  1. Danke für jedes einzelne Wort!

  2. Die Person, wegen der ich nicht mehr über meine Krankheit schreiben wollte, darf sich gern meine alte Reclamausgabe des Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand ausleihen. Die entsprechende Stelle ist markiert.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Was mir so richtig auf den Sack geht!

Du kannst die Uhr danach stellen. Keine fünf Minuten, nachdem du eine Diskussion über die Verletzung von Grundrechten durch Geheimdienste angefangen hast, kommt das Argument:
"Ja dann sei so konsequent und schaff dein Handy ab."

Darum! Geht! Es! Nicht! Verdammte Axt!

Ich will moderne Medien nutzen können, ohne unter einen Generalverdacht gestellt zu werden, durch eine gewählte Regierung in meinen Grundrechten verletzt werden, oder nur, weil ich ein bestimmtes Programm benutze, in der Datenbank eines Geheimdienstes zu landen.

 

 

 

 

 

So, und jetzt ist auch wieder gut mit Kraftausdrücken

Montag, 6. Oktober 2014

Von Bismarck lernen heißt herrschen lernen

Eikonal - lässt auch ihren Hals in kürzester Zeit anschwellen.

Oder eben auch nicht.

Am 4. Oktober berichtete die Süddeutsche Zeitung nach gemeinsamen Recherchen mit dem NDR und dem WDR über eine offensichtliche Verletzung des Grundgesetzes durch die damalige Bundesregierung in den Jahren 2004 bis 2007.

Unter dem Codenamen Eikonal soll der BND massenhaft Telekommunikationsdaten in Frankfurt abgegriffen und an die NSA übermittelt haben. Man könnte das ganze jetzt als Kooperation zweier Geheimdienste abtun, wenn da nicht die winzige Tatsache wäre, dass dabei auch Telekommunikationsdaten aus dem Inland abgegriffen und weitergegeben worden sind. Eine umfangreiche juristische Stellungnahme zu diesem Vorgang findet sich auf der Seite von Internet Law. Neben einem Verstoß gegen den §5 des Gesetzes zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses wird hier auch eine Verletzung des Artikels 10 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland diskutiert.

Da der Bundesnachrichtendienst direkt dem Kanzleramt unterstellt ist, ist die Verantwortung für dieses Vorgehen bei den damaligen Bundeskanzlern und deren Kanzleramtsministern zu suchen. Der eine isst wahrscheinlich gerade bei einer beliebigen Gasfirma Häppchen, die andere läuft irgendwo durch Berlin und die beiden zuständigen Chefs des Kanzleramtes sind jetzt Außen- und Innenminister.

Statt dass jetzt in Berlin aber die Kacke am Dampfen wäre transparente Aufklärung dieses ungeheuerlichen Vorgangs erfolgt, wird das Prinzip Bismarck angewendet: Brennt es im Inneren, konzentriere dich auf Außenpolitisches. Das funktioniert seit Jahrhunderten hervorragend und scheint sich aktuell ja auch wieder als probates Krisenmanagement zu erweisen.

Unsere Presse (einst als vierte Gewalt im Staat bezeichnet) spielt brav mit und stürzt sich ebenfalls auf die Krisenherde im Nahen Osten oder der Ukraine (garniert mit ein wenig Hongkong).
Von den großen Zeitungen berichtete lediglich die Süddeutsche (Links siehe oben); der Tagesschau war das ganze eine kurze Nachricht am Tag der deutschen Einheit wert. (Den Hinweis, dass an diesem Tag die Beerdigung eines Staats gefeiert wurde, dessen Bürger Massenhaft vom eigenen Geheimdienst ... ach was solls, das sind ja sowieso keine Aktenschränke, wie damals.)

Halten wir fest: In den Jahren 2004 bis 2007 hat der BND massiv gegen geltende Gesetze und Grundrechte verstoßen. Die verantwortlichen Personen sind heute in Amt und Würden, versuchen das ganze auszusitzen und unter den Teppich zu kehren.
Viel Mühe müssen sie sich offensichtlich nicht geben, da die ganze Sache sowieso keinen zu Jucken scheint, jetzt wo die Außenpolitik so viel wichtiger ist.

Linkliste:
Artikel der SZ vom 4.10.2014
Kommentar der SZ vom 4.10.2014
Tagesschaumeldung vom 3.10.2014
Bericht auf Netzpolitik.org vom 4.10.
Berichte bei Golem und Heise
Einschätzung von Internet-law.de
#Eikonal bei Twitter
Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses bei wikipedia
Artikel 10 des Grundgesetzes
satirische Umfrage des Postillon

Ihr lasst mich wissen, wenn ihr noch interessante Links habt, oder? Danke!

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Ein wenig Upcycling

Mit knapp über Vierzig war ich letzte Woche der Meinung, ich könnte endlich mal die alten, wackeligen Stühle aus meiner Studentenzeit aussortieren, bevor sie mir gegenüber endgültig nachgeben.
Ich hatte mir damals vier hübsche Sitzmöbel in Fichte/Tanne besorgt; zu 15 DM(!) das Stück bei einem führenden schwedischen Zimtröllchentütenhinterderkasseverkäufer.



Einer der Stühle hat uns im letzten Winter schon als Brennholz gedient; die übriggebliebenen wollte ich einer würdigeren Verwendung (zumindest aus Stuhlperspektive) anheimfallen lassen.
Gesagt, getan! Mit einer Stichsäge wurde die Sitzplatte dergestalt durchlöchert, dass das gute Stück danach aussah, wie jener sagenhafte Sitz, mit dem einst die Männlichkeit neuer Päpste geprüft worden sein soll. Für den besseren Sitz das ganze noch fix abgefeilt und standesgemäß in päpstlichem Weiß lackiert, in Ermangelung eines heiligen Vaters einen schicken Übertopf eingesenkt - und Zack - fertig ist der Blumenständer.