Dienstag, 29. April 2014

Ich konnte nicht anders

Ich hatte mir so fest vorgenommen, den drama-effect in Snapseed nur noch sparsam einzusetzen, und dann plötzlich das...

Samstag, 19. April 2014

Bahnhofsmuster

Der Rainer hat in den letzten Wochen irgendwann einmal das schöne Wort Schrottographie fallen lassen. Und sowas hämmert auf meinen endocranialen Kreativspeicher solange ein, bis ich mich damit auseinandersetze. (Gute Gedanken und Ideen sind die Borg!)

Letzte Woche war ich am Bahnhof Brohl/Rhein. Der heimische Vulkanexpress hat ja noch Winterschlaf, sodass ich mich auf das Einfangen von Mustern konzentrieren konnte. Ein paar davon habe ich euch hier zusammengestellt.

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Ansonsten: Schöne Feiertage allerseits!

 

Donnerstag, 17. April 2014

Hinweis auf einen wichtigen Beitrag bei junaimnetz.de

Gestern habe ich noch derbe Scherze über Elektroschocks geschrieben, und heute scheint es so, dass Hexen und Druiden sich einbilden, schwere Krankheiten durch Magie heilen zu können. Konkret handelt es sich um MMS (Magic Mineral Supplement oder ähnliche Umschreibungen). Hierbei soll Autismus durch die Verabreichung einer 28% Natriumchloritlösung geheilt werden. Das klingt auf den ersten Blick harmlos, weil ähnlich zu Kochsalz, Natriumchlorid. Der Unteschied liegt in der Schreibweise mit d oder t. Ein kurzer Blick in die Gefahrstoffkennzeichnung von Natriumchlorit sollte ausreichen, um einzusehen, dass es sich hierbei nicht um den üblichen Humbug, sondern um eine gefährliche "Behandlungsmethode" handelt, die meiner Meinung nach an Körperverletzung grenzt. Um den Schwachsinn kurz klar zu machen:

Lokusreiniger soll gegen eine tiefgreifende Entwicklungsstörung helfen!

Im Blog von Juna ist ein Hilferuf von Betroffenen eingegangen, da vom 26. bis 29. April 2014 in Hannover ein "Kongress" zu diesem und anderen "alternativmedizinischen" Themen stattfindet. Ich möchte Euch bitten, euch über dieses Thema zu informieren und gegebenenfalls zu Handeln. Wie, geht aus dem Blogbeitrag und der dort veröffentlichten Email hervor.

Danke!

Mittwoch, 16. April 2014

Treffen sich zwei Depris, sagt der eine...

Wie jetzt? Depressionen und Humor? Seid ihr nicht den ganzen Tag traurig? Da darf ich doch nicht drüber lachen? Arme Menschen!

Auslöser für die folgenden höchst subjektiven Betrachtungen war folgender Tweet, aus dem sich eine kleine Diskussion entsponn:

Hah, als ehemaliger Insasse einer solchen Einrichtung (Nein, wir haben da keine Zwangsjacken gehabt, und Gummizellen gab es auch nicht. Die Elektroschocks waren völlig harmlos, und übers Kuckucksnest ist auch keiner geflogen. Das sind einfach Krankenhäuser, in denen Menschen mit einer ernsten Erkrankung geholfen wird.) war ich natürlich sofort mitten im Getümmel. Aber Juna brachte es so schön auf den Punkt:



 

Wohlan, hier also mein subjektiver Diskussionsbeitrag. Den Witz mit dem Krankenhaus mit Depressionshintergrund quittierte ich übrigens so - und dann ist auch erstmal Schluss mit Twitter:



Jetzt aber: Depression und Humor Mein Therapeut hat mir mal, als ich endlich aufnahmefähig für diese Botschaft war, gesagt:

"Du bist nicht diese Krankheit. Du hast sie nur!"


Vordergründig und für Nichtbetroffene klingt dieser Satz wahrscheinlich ziemlich banal. Für mich ist es aber die wichtigste Botschaft überhaupt in der Verarbeitung und Annahme meiner Krankheit gewesen: Ich bin das nicht, ich hab das nur.

Vor diesem Hintergrund denke ich, dass sich mein Verhältnis zu Depressionswitzen ganz gut beschreiben lässt. Natürlich darf ich und aus meiner Sicht auch jeder andere, einen Witz über diese Krankheit machen. Damit trifft er ja nicht mich, zumindest solange ich fähig bin, die obige Differenzierung zu treffen. Nirgendwo habe ich herzlicher, ehrlicher und auch schwärzer gelacht, als in der psychiatrischen Klinik.

Wisst ihr, alles, was es draußen gibt, findet sich auch in irgendeiner Art in der Psychiatrie wieder. Die Menschen da drin sind nicht bescheuert. Sie sind bloß krank! Und genauso wie draußen, gibt es auch in einer Klinik mit Depressionshintergrund Menschen mit den verschiedensten Strategien, um mit ihrer Krankheit fertig zu werden.

Da gibt es die, die fast immer alleine sind, nie einen Ton sagen. Dann gibt es die, die relativ schnell einen Partner im Geiste finden und mit ihm/ihr stundenlange Spaziergänge unternehmen.

An dieser Stelle sei mir ein kleiner Einschub erlaubt. In der Klinik, wo mir geholfen wurde, gab es zwei wahnsinnig freundliche ältere Damen, die die Angewohnheit hatten, abends einen gemeinsamen Spaziergang durch das Erdgeschoss zu unternehmen - jden Abend zwei Runden. Da gerade Weihnachtszeit war, drehten die beiden jeden Abend eine Runde um den großen Weihnachtsbaum im Foyer, wo sie alle Anwesenden/Lesenden/Gesellschaftsuchenden freundlich begrüßten, um dann zu ihrer zweiten Runde aufzubrechen. Irgendwann war der Weihnachtsbaum nicht mehr da, weil ja schon Mitte Januar war. Die beiden waren völlig ratlos, wo sie denn jetzt wenden und ihre Begrüßungsrunde einlegen sollten. Statt sich über die beiden alten Schachteln kaputt zu lachen, haben wir kurzerhand zusammengeschmissen und für die beiden Damen einen winzigen Weichnachtsbaum aus dem Modellbauladen erstanden, der von uns jeden Abend sorgsam aufgebaut wurde. Jeden Abend haben wir uns daran gefreut, wenn die beiden fröhlich lachend den Minibaum umrundeten. Für Außenstehende mag diese Situation bizarr klingen, für uns da drinnen war es ein Ausdruck tiefsten Respektes und aufrichtiger Hochachtung.


Genau mit solchem Respekt ist auch die Gruppe miteinander umgegangen, mit der ich meinen Frühstückskaffee zu trinken pflegte. Wir haben derbe Scherze über die Depression gemacht, weil das unsere Art war, dieser bedrohlichen Krankheit die Schärfe zu nehmen. Aber niemals, wirklich niemals haben wir auch nur einen einzigen Witz über die Persönlichkeit eines anderen gemacht. Das hat nur funktioniert, weil wir alle wussten, dass wir nicht die Depression waren, sondern sie hatten.

Kleines Beispiel? Gern! Ich hatte mir damals die Birne rasiert, weil viele der Medikamente übelst trockene Haut machen. Da ich keinen Bock mehr hatte, mich ständig zu kratzen, habe ich kurzerhand zum Rasierer gegriffen, und mir ein Murmelchen der Sonderklasse verpasst.


Reaktion der Kafferunde: Hey Curly, was haben sie denn mit dir gemacht.


Meine Antwort: Das ist, damit die Elektroden besser halten.


Ich könnte mir vorstellen, dass da nicht unbedingt jeder drüber lachen kann, oder meint nicht lachen zu dürfen. Aber in einer solchen Ausnahmesituation funktioniert der Witz blendend.


Vor diesem Hintergrund gehen für mich Witze über Depressionen völlig in Ordnung, oder wie ich es auf Twitter auszudrücken pflegte:

 

Dieses über mich, da liegt genau die feine Grenze. Mach einen Witz über mich, obwohl ich die Depression habe und pack mich nicht in Watte. Und bedenke bitte: Ein Witz mit dem du einen Gesunden beleidigst, solltest du auch bei keinem Depressiven machen. Guter Humor darf niemals eine Person im Innersten verletzen und beleidigen, egal ob krank oder gesund.

Aber!

Die Einsicht mit "nicht Depression sein und Depression haben" ist für uns Depessive verdammt schwer zu verstehen. Jeder Depressive, den ich kenne, steckte mehr oder weniger tief in einer Phase, in der er/sie überzeugt war, nur noch Depression zu sein, in der alles ausweglos erschien, in der nichts mehr einen Sinn ergab. Komm, nennen wir das Kind beim Namen: In einer Situation, in der der eigene Tod als valide Problemlösung angesehen wird.
Und genauso, wie es selbstverständlich sein sollte, dass man einen Gegner, der am Boden liegt, nicht mehr schlägt, genauso selbstverständlich sollte auch in dieser Phase der Respekt sein. In dieser Phase kannst du als Depressiver nicht lachen und schon mal gar nicht über das Thema Depression. In so einer Phase hast du genug damit zu tun, den nächsten Tag zu erleben. Auch hier bitte ich, wie ich es schon früher getan habe:

Nehmt uns ernst, nehmt uns für voll. Wir sagen euch ziemlich genau, was gerade gut für uns ist und was nicht.

Und bitte denkt dran: Das hier sind meine eigenen, persönlichen, höchst subjektiven Erfahrungen. Über abweichende Sichtweisen anderer depressiver Menschen freue ich mich ganz besonders in den Kommentaren.

Danke und bis demnächst
Martin

P.S.: Jürgen Becker und Dr. Manfrd Lütz nähern sich dem Thema auf einmalige Weise. Triggeralarm: Wer gerade massiv mit Zukunftsangst zu kämpfen hat, sollte vielleicht nicht unbedingt reinschauen. Willibert Pauels spricht das Thema ab 1:00:00 sehr direkt an. Mir hat es beim ersten mal schauen zwei Scheißtage beschert.

Montag, 14. April 2014

Ladies and Gentlemen, please welcome...

Liebe Leserinnen und Leser,

lasst mich kurz zu einer kleinen Geschichtsstunde ausholen:

Ich betreibe diesen Blog in der ein oder anderen Form seit etwa 2006 (ein paar Monate hin oder her machen den Braten nicht fett). In den ersten Jahren, also bis 2012 schlummerte der Blog unter der Domain www.martiningenhoven.de so vor sich hin. Damals verwendete ich noch Textpattern und robbte mit der Machete im Mund durch den Code. (Mittlerweile ist mir das zu mühsam, doch der Reihe nach.)
Zeugen der Textpatternzeit sind zum Beispiel ein paar alte Kurzgeschichten und mein (noch immer unvollendeter) Bericht über die Islanddurchquerung zu Fuß, der auch immer mal wieder aufgerufen wird. Sonst passierte nicht viel. An Vernetzung habe ich damals nicht gedacht.

Dann kam der erste Krankheitsausbruch und mit ihm ein fünfmonatiger stationärer Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik. In dieser Zeit begann ich, meiner Kreativität nicht nur freien Lauf zu lassen, sondern sie auch zu fordern. Ich begann zu malen (wisst ihr schon), ich begann wieder zu schreiben (liegt noch in der Schublade unter fester Obhut meines Restperfektionismus) und ich begann wieder zu photographieren (Ja genau so schreibt man das! Ich bin da ein kompromissloser alter Knochen.) Ich begann meine Bilder auf streamzoo zu zeigen, da mir Instagram immer schon suspekt war. (Leider ist stramzoo mittlerweile eingestellt und bei instagram ist mir die #nomnomnom-Dichte entschieden zu hoch.) Parallel zu streamzoo begann ich meine Bilder auf iphel-photo.tumblr.com zu sammeln. Nach meiner Rückkehr aus der Klinik beschloss ich, meinen alten Blog wiederzubeleben, registrierte die Domain iphelgold.de und installierte mir Wordpress. Relikte dieser experimentellen Phase sind unter anderem die Domain wordpress.martiningenhoven.de, weil ich Hirsel vergessen habe, das Wordpress unter iphelgold.de zu packen. (Sollte jemand wissen, wie ich das auch noch hinbiege, möge er oder sie sich bite melden.)

iPhelgold wuchs und wuchs, die Themenpalette wuchs von Reiseberichten und Politiksubjektivitäten über Photos bis zur Verarbeitung meiner Krankheit. Komischerweise stieg auch das Interesse an meinem Blog. Danke dafür!

Das tumblr blieb bestehen, fristete aber immer mehr ein Schattendasein, obwohl mir die Idee, mobile imaging aus der Provinz zu zeigen, immer noch ein Anliegen ist. Gleichzeitig ging mir, geschürt durch viele Diskussionen und dem Abschalten von Streamzoo, das Fremdhosting meiner Bilder zunehmend auf den Senkel. Aber nur Senkel ohne Konsequenzen ist nicht so meins.

Deshalb freue ich mich, das neue iphel-photo auf euch loszulassen. Dort gibt es keine Politik, keine Computer, keine Depression, sondern nur Bilder aus der Landschaft, die ich so liebe und in der ich zufällig wohne, samt und sonders durch Linsen von mobilen Endgeräten und anderen Toykameras aufgenommen. Wer also möchte, darf gern auch hin und wieder bei iPhel-Photo reinschauen, und meine Eindrcke aus der Eifel teilen. Einen RSS-Stream gibt es selbstverständlich auch. Noch ist nicht alles bis ins letzte Eckchen durchgefegt, da die Importfunktion von tumblr nach Wordpress scheiße verbesserungsfähig ist, aber das kommt noch...
Für Höchstsubjektives, Krankheitsbedingtes und Anderweitigkreatives bin ich ja gerade erst doppelt ausgezeichnet worden, und seid versichert, diese Mischung wird es auch weiterhin bei iphelgold.de (oder wordpress.martiningenhoven.de) geben.

Gehabt Euch wohl und auf Wiederlesen
Martin

Sonntag, 13. April 2014

Nominiert

Da machste kurz dein Wordpress auf und fällst rückwärts vom Schemel. Ich bemühe mich zwar täglich, immer noch an das Gute im Menschen zu glauben, verzweifle aber all zu oft, und dann das: Nicht nur das Julia mir den "Liebster Blog Award" verleiht. Neeee, gerade als ich anfangen wollte, mir auszudenken, wem ich den Award weiter verschenke, überreicht mir der Herr Overstreet gleich den Award, ohne das ich ihn nominieren konnte. Sowas aber auch. Das ist doch toll.

Aber mal langsam! Also, das hier bekam ich überreicht:
liebsterblogaward
Dazu gibt es folgende Spielregeln (die ich der Bequemlichkeit halber von Herrn Overstreet kopiere):

1. Schreibe einen Post mit diesem Award, füge das Award-Bild ein und verlinke die Person die dir diesen Award verliehen hat.
2. Beantworte die 11 Fragen. (Julia schreibt von 10 Fragen.)
3. Denke dir weitere 11 Fragen aus. (Julia..ihr wisst schon)
4. Tagge (also nominiere) 10 Blogger die unter 200 Leser haben (naja manche schreiben unter 1000 Leser deshalb ist es euch überlassen wen ihr nominiert)
5. Sage den Bloggern die du nomieniert hast, dass sie einen Award bekommen haben und somit getaggt wurden.


Also will ich mich mal fleißig ans Beantworten der Fragen machen. Gehen wir es chronologisch an und beginnen mit Julias Fragen:

1.  wieso meinst du, lesen leute deinen blog?

Hm... Spontane Antwort: Ich habe keine Ahnung, so überragend sind meine Bilder jetzt auch nicht.. Überlegte Antwort: Die Leserzahlen sind nach oben geschnellt, als ich begonnen habe, über meine Depression zu berichten. Offensichtlich scheint das ein Thema zu sein. Meine persönliche Motivation darüber zu schreiben, ist aber in erster Linie Krankheitsbewältigung.


2. wieviel zeit in deinem life-work-balance-leben widmest du dem blog?

Um die Frage zu beantworten müsste ich ja einen Plan haben (Ja klar, einen groben Plan, wo der Zug hinfahren soll habe ich. Aber sonst...) Wenn irgendeine Idee kurz vor der Eruption steht, dann muss sie raus. Und wenn es drei Uhr nachts ist, dann ist es drei Uhr nachts. So einfach ist das.


3. welche blogs liest du am liebsten und warum?

Welche Blogs? Ich hab Blogrolls ja schon mal mit Mixtapes verglichen. Mein (nicht mehr ganz) aktuelles Mixtape findet sich hier.


4. wir leben in einer welt, in der zeit offensichtlich mangelware ist. wofür hast du zuwenig zeit? willst du dies ändern und dir mehr zeit nehmen?

Ist Zeit wirklich Mangelware? Meine Krankheit hat mich einen etwas anderen Umgang mit Zeit gelehrt. Natürlich bin ich immer noch wahnsinnig ungeduldig mit mir selbst, aber ich versuche es so wie ALF zu sehen: "Ich glaube, ihr müsst mich einfach lieb haben, so lange es eben dauert." Mit dem Motto gelingt es mir dieses Mangelwaredings einigermaßen unter Kontrolle zu halten.


5. wann warst du das letze mal, ganz bewusst im HIER und JETZT? wie fühlte es sich an?freue mich über detaillierte beschreibungen :)

Gerade eben. Ich muss das täglich üben. Es ist nicht immer ganz einfach, daran zu denken, aber es hilft mir, diese Techniken anzuwenden. Menschen mit Depression kennen das vermutlich unter dem Namen Achtsamkeit.


6. die ströme an schreckensmeldungen reißen in letzter zeit ja nicht ab: kriege, umweltkatastrophen, das ende der wohlstandsgesellschaft und andere untergangsszenarien machen immer wieder mal die runde. wie gut bist du auf die apokalypse vorbereitet? :D

Ich kann Holz hacken, Forellen ausnehmen und ohne Internet leben. Das sollte doch reichen, oder? ;)


7. was würde dir am meisten fehlen? worauf könntest du locker verzichten?

Nach der Apokalypse? Puh, schwierige Frage. Abhängig von der Art des apokalyptischen Ereignisses vermutlich Schatten, unverstrahlte Landstriche, Ärzte und sauberes Trinkwasser. Auf mein Auto könnte ich nach der Apokalypse aber sowas von verzichten.


8. die diy-kultur hat in letzen jahrzehnten enorm zugenommen. hast du in deinem leben schon mal etwas up-cycelt? was war es vorher und was danach?

Ich habe mich in der letzten Zeit mit Herstellung von Schmuck beschäftigt. Kaffeekapseln sind da ja nichts Schlechtes. Aber auch Holz, das man in der Natur rumliegen sieht, ist eine feine Sache. Außerdem befindet sich mein Laptop im Zustand des Dauerupcycling. Der wird solange geflickt, bis er auseinanderfällt wie das Bluesmobil vor dem Gebäude der Steuerverwaltung des Staates Illinois.


9. welches buch hast du mehr als einmal gelesen und warum?

"Der Name der Rose", weil ich wissen wollte, ob sich der Mörder irgendwie verrät.


10. jahwe, allah, brahman, gaia oder das spaghetti-monster. woran glaubst du?

Als ausgebildeter Naturwissenschaftler hast du meiner Meinung nach irgendwann nur noch die Möglichkeit Theist oder Atheist zu sein. Ich habe mich für ersteres entschieden. Wer jetzt aber genau für Pi und e verantwortlich ist, und wie der/die/das heißt, ist mir Wumpe. Ich bin zwar Mitglied der katholischen Kirche. Das hat für mich aber höchstens kulturelle Bedeutung, weil man die euopäische Geistesgeschichte nur vor dem Hintergrund des Christentum wirklich durchdringen kann. Oder zumindest wird es einem deutlich erleichtert.


 

Herr Overstreet fragte nicht minder interessantes:

 

1. Gefällt Euch irgendeinder meiner Beiträge wirklich?

Der hier.


2. Oktoberfest: Ja oder Nein?

Du glaubst doch wohl nicht, dass der Erfinder des menschfreundlichen Misanthropentums sich auf so etwas wohl fühlen wurde, oder?


3. Schaut Ihr noch fern und wenn ja, wie und was?

Klar. Tatort ist ja immer noch irgendwie Lagerfeuer, auch wenn das twittern dabei schon fast lustiger ist, als der Film. außerdem sport 1, wenn die Fortuna am Montag Abend spielt.


4. Helene Fischer oder Andrea Berg? ;-)

Louis de Funes oder Dieter Hallervorden


5. Welchen Sport macht ihr (also richtigen Sport, so wie früher?)

Ich bin bis zum ersten Ausbruch meiner Krankheit richtig viel und übel Mountainbike gefahren. Ich würde das gern wieder tun. Allerdings stehe ich mir selbst im Weg, da ich mich, trotz stark verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit immer noch mit früher vergleiche. Dieses Elende Vergleichen und Bewerten ist ja auch so ein Fluch der Depression, der unglaublich viel Kraft kostet.


6. Kennt Ihr einige Eurer Blog-Leser persönlich?

Ja, einige kenne ich persönlich. Mit einer bin ich sogar verheiratet. Den weitaus größten Teil meiner Leser kenne ich allerdings über Twitter. Aber da ist der ein oder andere Kaffee von Angesicht zu Angesicht schon fest eingeplant.


7. Twittert Ihr und wenn ja, warum?

Ja, ich twittere intensiv. Es spiegelt (noch) ziemlich gut das kreative Chaos, ohne das ich nicht sein kann. Außerdem habe ich einen Haufen netter, interessierter und hilfsbereiter Menschen auf Twitter kennen gelernt.


8. Geht Ihr zu Wahlen?

Ja selbstverständlich. Ich kann nicht gegen die Teflonpfanne und ihr Regierungsimitat abstinken, ohne vorher auf dem Wahlzettel meine Nichtzustimmung bekundet zu haben.


9. Was haltet Ihr von Menschen, die trotz aller Skandale immer noch ehrenamtlich in der Kirche arbeiten?

Ich bewundere sie, wie sie mit dem teilweise offen ausgesprochenen Unverständnis umgehen. Oftmals haben diese Menschen auch sehr differenzierte Ansichten zum Thema "Kirche", was sie mitunter zu interessanten Gesprächspartnern macht.


10 . Glaubt Ihr, dass die Generation Ü40 hier im Netz eigentlich gar nichts verloren hat?

Glaubst du, dass ich mich am 29. August 2014 aus dem Netz jagen lasse?


11. Über was soll ich mal schreiben? ;-)

Mich persönlich würde interessieren, wie du mit dem ersten Ausbruch der Depression umgegangen bist. Ich stecke ja nun mitten in der zweiten Episode und vergleiche, was damals anders war, was ich besser und was ich schlechter hinbekommen habe. Auch habe ich den Ausbruch der zweiten Episode ganz anders erlebt, weil ich wusste, was für ein Arschloch da wieder auf mich zukommt. (Vielleicht habe ich die Seite einfach nicht ausführlich genug durchsucht, und du hast schon was dazu geschrieben. In diesem Falle bestelle ich drei Sack Asche für mein Haupt.)


 

Da ich ja stolzer Besitzer zweier Monitore bin, habe ich jetzt gerade also diesen Artikel und die Liste der von mir nominierten nebeneinander liegen. Da macht das Ausdenken von Fragen doch gleich doppelt Spaß. Also bitte:

 

1. Hast du schon einmal gesagt: "Oh Augenblick verweile doch, du bist so schön?" Wann war das, und was hast du da erlebt?


2. Deutschen wird oft mangelnder Humor nachgesagt. Wer ist dein deutschsprachiger Lieblingskomiker und warum?


3. Whisky oder Whiskey? Und warum? Ganze Sätze!


4. Wo würdest du dich auf einer Skala zwischen Monk und dem Dude einsortieren?


5. Machst du irgendeine Art von Musik? (Musik fängt beim Singen unter der Dusche an...) Wenn ja, was, welche, wo... Ganze Sätze. Ist klar, oder?


6. Wohin hat dich deine letzte Reise geführt?


7. Wohin wird dich deine nächste Reise führen?


8. Was waren/sind die Helden und Heldinnen deiner Kindheit (sowohl real als auch fiktional)


9. Schach oder Stratego?


10. Bist du glücklich?


Bei der Anzahl der Fragen habe ich mich nach Julia gerichtet. Die Zahl der Nominierungen nehme ich deshalb nach dem System von Herrn Overstreet vor. Ich nominiere also für den "Liebster Blog Award":


Florence Rebholz
Emma Kesselhut
Elmar Weinhold
Dr. Patrick Klein
Mario Ganz
Stefanie Leo
Cordula Mannherz
Holger Epp
Moritz Sauer
Rainer Steinke
Florian Kranhold und Michael Thies stellvertretend für die Neologismus Redaktion


Ihr solltet alle ein kleines Pingelingdings auf euren Blogs erhalten. Ich sag aber heute Abend nochmal jedem einzelnen auf Twitter bescheid. Ich freu mich auf eure Antworten.

metadata+

Unser ehemaliger Minister für Kuhscheiße und Supergrundrechte wirft mir ja ab und an gern mal Naivität und Antiamerikanismus vor, was mir ja herzlich wenig auf den Senkel geht.
Dass der Kerl alle drei Affen gleichzeitig zu sein scheint, ist ja nicht unbedingt neu. Neu ist allerdings die App metadata+ des Entwicklers und Künstlers Josh Begley. Seine App vermeldet jeden Mord durch eine US-amerikanische Drohne. Auf seinem Twitteraccount postet Josh die entsprechenden Quellen. Dabei nutzt die App nichts anderes, als frei zugängliche Quellen.
Offensichtlich war das der Firma Apple zu heiß, denn metadata+ schaffte es erst nach mehreren Anläufen und einigen Trickserein in den Appstore. Ich bin gespannt, wie lange sie dort noch zu finden sein wird. Bis zur Löschung gibt es die App füt iOS unter folgendem Link. Alternativ empfehle ich ausdrücklich den Twitteraccount von Josh Begley.
[appbox appstore 806503163 compact ]

Donnerstag, 10. April 2014

Ratebild

Kommt Ihr nie drauf, wetten? Kleiner Tip: Ich habe mit dem Bild nichts getan, außer die Farben raus zu nehmen und die Schatten minimal aufzuhellen.
Und bitte - ich höre! Zu gewinnen gibt es nichts außer Ruhm und Ehre. Viel Spaß beim Rätseln!

Mittwoch, 9. April 2014

Abendstimmung in Wassenach

Meine Gedanken zum gestrigen Feiertag

Für mich ist der 8. April seit gestern ein Feier- und Gedenktag. Zum ersten mal hat sich der Europäische Gerichtshof klar gegen die Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen. dort heißt es wörtlich, dass die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung einen "Eingriff in die Grundrechte fast der gesamten europäischen Bevölkerung" darstellt.
Dieses Urteil ereilte mich bei einem verspäteten Frühstück, das ich kurzerhand in ein Sektfrühstück im Geiste umwandelte.

Und ja, ich konnte mir eine gewisse Häme nicht verkneifen:

Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis die ersten Reaktion aus der politischen Kaste in Berlin eintrafen. Das Statement von Heiko Maas war wie zu erwarten einigermaßen schwammig, aber vermutlich tobten schon da die Befürworter massenhafter Ausspähung innerhalb der Koalition.
Erwartungsgemäß fiel dann auch die Reaktion des Innenministers de Maiziere ein wenig anders aus. Der nämlich forderte eine möglichst schnelle verfassungsmäßige Neuregelung. Auch Wolfgang Bosbach forderte erwartungsgemäß Ähnliches.
Mein persönliches Highlight, das mich den ganzen Tag erheiterte war die erste Reaktion des Abgeordneten Wanderwitz, der im gestrigen Urteil nichts anderes sieht, als einen Feiertag für die organisierte Kriminalität. Holla, ein kleines Ausrutscherjen, wie man meinen könnte. Weit gefehlt, denn Wanderwitz führte seine krude These persönliche Meinung später noch genauer aus. Ich betreibe also organisierte Verbrechen, OK. Kann man sagen, muss man aber nicht. Zumindest nicht, wenn man für voll genommen werden möchte.
Bei netzpolitik.org findet sich darüber hinaus eine ziemlich gute Aufstellung von Politikerreaktion zum gestrigen Urteil. Übrigens bestärkten mich all diese Reaktion eher noch in meiner Feierlaune, da sie für mich ein Ausdruck von Angst der politischen Kaste sind, Angst vor Machtverlust, Angst vor Verlust von Deutungshoheit. Und ja, es macht mir als Demokrat eine helle Freude, diese Angst zu beobachten.
Trotzdem sollte der 8. April auch ein Gedenktag sein, denn ich fürchte, dass Sascha Mein Internet ist kaputt Lobo Recht hat, wenn er im Spiegel schreibt, dass es im Kampf gegen die Massenüberwachung immer nur Etappensiege geben kann.
Ich für meinen Teil, hätte den Satz, dass die anlasslose Vorratsdatenspeicherung in vollem Umfang den europäischen Grundrechten widerspricht, gern als Lichtinstallation am Reichstagsgebäude und am Kanzleramt. Ergänzen kann man dieses Kunstwerk gerne auch noch durch Wandteppiche mit gleicher Botschaft in allen Berliner Abgeordnetenbüros.

Und jetzt gehe ich meine Hochstimmung von gestern noch ein wenig ausnutzen. Schließlich habe ich als organisierte Krimineller jetzt Feiertag.

09.04.2014 - Update:

Heute hat Marco Wanderwitz MdB meine Frage nach der organisierten Kriminalität bei Abgeordnetenwatch beantwortet.
Lasst es mich mit den Worten von Andrea Nahles kommentieren und der Frage, wer hier einem Verständnisfehler unterliegt: Ich mit meiner Auffassung vom Rechtsstaat oder Marco Wanderwitz mit der seinigen...?

Montag, 7. April 2014

Blödes Modewort!

Fabian warf weiland ein öffentliches Nerdstöckchen für alle in die Runde, welches durch geschicktes Spiel von Danares über die Twitterbande vor meinen Füßen landete. Beim Buzzword Nerd konnte ich natürlich nicht anders, als zuzugreifen.

Wohlan, lasst die Spiele beginnen:
1. Siehst du dich selbst als Nerd?

Hau ab mit diesem modischen Hipstermist. Jeder, der eine dieser bescheuerten Brillen trägt, aber zu eitel für einen Vollbart (heute auch gern Hipsterbart genannt) ist, nennt sich heute Nerd. Beim Gedanken an Alexander Dobrindts Sehhilfe sträuben sich meine Barthaare einzeln! Echte Nerds waren anders, sind anders und werden immer anders sein.


2. Was ist dein Nerd-Fachgebiet?

Der Gebrauch abseitiger Sprache, deutschsprachige SF-Literatur, bevor Schätzing und Eschbach sich ihrer annahmen, und meine Vorliebe für Y-Movies. (Bad Taste ist bis heute Peter Jacksons Meisterwerk.)


3. Was ist das nerdigste, was du jemals gemacht hast?

Vermutlich der Besuch des Perry-Rhodan-Weltcon 2011 in Mannheim und das akribische Füttern des T9-Wörterbuchs meines ersten Motorolamobiltelefons mit wundervollen Worten wie wundervoll, weiland, wohlan und alldieweil.Außerdem bin ich glaube ich noch immer zweiter Vorsitzender im Verein zur Erhaltung des wortes Pampelmuse.


4. Und das unnerdigste?

Eindeutig der Kauf einer Rick Astley Schallplatte, ein Makel, der bis heute auf mir lastet.


5. „Nerd“ ist eigentlich eher ein Wort für männliche Nerds. Sollte es eine eigene Bezeichnung für weibliche Nerds geben (wenn ja,welche?) oder sollte „Nerd“ geschlechterübergreifend verwendet werden?

Ich bevorzuge das geschlechtsneutrale "Mitglied der Koffergang", weil sich echte Nerds zu meinen Jugendzeiten durch die Mitnahme sämtlicher Schulsachen in einem Aktenkoffer auszeichneten.


6. Wie bist du zum Nerd geworden?

Spätestens wenn du Formel 1 super findest, weil früher an Renntagen immer zwei Folgen A-Team ausgestrahlt wurden...


7. Ist Nerdtum eine Lebenseinstellung, eine Subkultur oder einfach nur eine Label, das niemand braucht?

Das heutige Nerdtum ist für mich ein Label, das sich hoffentlich sehr schnell wieder vom Acker macht. Dieses Mainstreamnerdtum hat mit der Koffergang ungefähr soviel zu tun, wie Multiplex mit Kino (also echtem Kino, mit Eismann, kleinen Tischchen und dem ganzen Kram).
Selbstverständlich spielt da bei mir auch ein wenig Eitelkeit mit, plötzlich einem Pseudomainstream angehören zu sollen, obwohl echte Koffergangmitglieder niemals Mainstream sein werden.


8. Nerd ist das neue Mainstream – was für Nerd-Aspekte werden niemals Mainstream werden?

Planespotting, Legobauen als Erwachsener, Pen & Paper Rollenspiele, Tabletop-Rollenspiele, Science Fiction Filme der DEFA.... so Zeug halt.


9. Dein Lieblingsnerd in der Fiktion?

Seymour Krelborn


Fühlt euch frei, dieses Stöckchen weiter zu schmeißen. Ich schmeiße es explizit Rainer König und Elmar Weinhold vor die Füße.

Sonntag, 6. April 2014

Flugausstellung Hermeskeil - Impressionen

Die Flugausstellung Hermeskeil liegt irgendwo im Niemandsland zwischen Trier, Luxemburg und Koblenz. Trotz ihrer etwas abgeschiedenen Lage ist die Flugzeugsammlung L.+P. Junior eine der größten privaten Flugzeugsammlungen Europas. Die Juniors haben in vier Hallen und einem riesigen Freigelände (fast) alles zusammengetragen, was in der Luftfahrtgeschichte Rang und Namen hat. Aufgrund der Fülle der Exponate ist es nahezu unmöglich, alles an einem Tag anzuschauen. Ich habe mich bei meinem diesjährigen Besuch also auf (vornehmlich) zivile Passagier- und Transportmaschinen konzentriert.
Zur Frage, ob ich es mit mir vereinbaren kann, Kriegsgerät ästhetisch darzustellen, habe ich hier ja schon einmal Stellung bezogen. Es ist also nicht auszuschließen, dass ich später noch mal eine Fototour unternehme, um mich ausschließlich den alten MiGs und Saab-Jägern zu widmen.

Für heute möchte ich eher einen dokumentarischen Einblick geben, und einen winzigen Ausschnitt aus der Flugausstellung in Hermeskeil zeigen.

Los geht es mit einem Klassiker: Die Antonov AN-2 ist immer noch der größte einmotorige Doppeldecker der Welt. Zwar gibt es mit der Antonov AN-3 eine Version mit Turbopropmotor, aber die AN-2 mit ihrem Sternmotor ist auch heute noch für einige Fluggesellschaften im Einsatz.

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Bleiben wir kurz im Konstruktionsbüro Antonov, das ja eher für deutlich größere Transporter bekannt ist. Mit der AN-26 findet sich in Hermeskeil eher ein kleinerer Transporter, in dessen Navigatorblister ich ja zu gerne mal rein gekrochen wäre.

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Verbleiben wir noch kurz bei den Legenden sowjetischer Ingenieurskunst: Die TU-134, die hier in der verbesserten Variante TU-134A der Interflug zu sehen ist, war eins der ersten Verkehrsflugzeuge, bei denen die Triebwerke am Heck angebracht sind. Am meisten fasziniert mich der gläserne Bug, der den Arbeitsplatz des Navigators umgibt.

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Mit der Iljuschin IL-14 findet sich in Hermeskeil ein interessantes Stück Flugzeuggeschichte. Die Maschine aus dem Jahr 1950 ist eins der Nachfolgemuster der Lissunow Li-2. Die Li-2 war eine damalige Lizenzfertigung der US-amerikanischen Douglas DC-3, auch bekannt als Rosinenbomber. Im Gegensatz zur DC-3, die mit einem Spornrad ausgestattet ist, verfügt die IL-14 über ein klassisches Dreipunktfahrwerk mit Bugrad. Trotzdem können beide Flieger ihre Verwandschaft nicht verleugnen.

Iljuschin IL-14
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Douglas DC-3 der Royal Jordanian Airforce
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Die Il-14 diente unter anderem dem damaligen Staatsratsvorsitzenden Walther Ulbricht bei seinem Besuch in Moskau. Nur wenige Wochen später traf 1955 der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer mit einer Lockheed Super Constellation der Lufthansa (Luftfahrtkennzeichen D-ALIN) in Moskau ein. Die Super-Constellation stellte den damaligen Höhepunkt des Verkehrsflugzeugbaus mit Kolbenmotoren dar. Im Zuge seines Moskau-Besuches erreichte Adenauer die Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkriegs.
Eben diese Adenauer-Maschine ist jetzt in Hermeskeil zu bewundern.

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Mit der IL-18 entwickelte das Konstruktionsbüro Iljuschin Mitte der Fünfzigerjahre einen Nachfolger für die in die JAhre gekommenen Lissunow Li-2 und deren Nachfolgemuster Il-12. 1957 fand der Erstflug des viermotorigen Turboprop-Flugzeuges statt. In Hermeskeil befindet sich gleich neben der Super-Constellation eine IL-8 der Interflug. Die letzten Iljuschins dieses Typs flogen in Deutschland bis ins Jahr 1994 für die Fluglinie Berline, die 1991 von ehemaligen Interflugmitarbeitern gegründet wurde. Noch heute haben die russischen Luftstreitkräfte Maschinen des Typs Il-18 im Einsatz, und vermutlich fliegt eine Il-18 auch noch für die nordkoreanische Air Koryo. Auf Youtube existieren sogar einige Videoaufnahmen dieser Maschine.

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In Hermeskeil befinden sich außerdem eine ganze Reihe sowjetischer Transporthubschrauber, (Mit dem Mil Mi-6 auch einer der größten jemals gebauten Hubschrauber) die einen eigenen Besuchstag lohnen würden. Ein Schätzchen möchte ich aber doch nicht verstecken: In einer der Hallen findet sich ein Kamow Ka-26 Transporthubschrauber der Volkspolizei. Unweigerlich musste ich an Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt denken.

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Davon, dass auch auf der anderen Seite des Vorhangs mit den wildesten Formen experimentiert wurde, zeugen in der Flugausstellung Hermeskeil gleich drei Schätzchen:

Eine Nord Noratlas,
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eine de Havilland Dove der Royal Airforce und
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eine Vickers Viscount der Lufthansa
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Ein Höhepunkt der Sammlung ist sicherlich eine de Havilland DH 106 Comet - das erste wirtschaftlich betriebene Düsenverkehrsflugzeug der Welt. Aus diesem Flugzeug wurde wenig später die Caravelle der Sud Aviation (für viele immer noch das schönste Verkehrsflugzeug der Welt) entwickelt, die in Hermeskeil leider fehlt.
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Dafür ist mit der Vickers VC10 der British Aircraft Company ein stolzes Stück britischer Flugzeuggeschichte zu bestaunen. Die in Hermeskeil ausgestellte Maschine war ein Regierungsflugzeug der Vereinigten Arabischen Emirate.
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Selbstverständlich fallen dort, wo an Flugzeugen gehobelt wird auch Späne ab, und so darf zum Abschluss ein kleiner Blick hinter die Kulissen nicht fehlen.
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Die hier gezeigten Flugzeuge bilden nur einen winzigen Teilbereich der riesigen Sammlung der Juniors ab. Leider merkt man einigen Flugzeugen den langen Aufenthalt auf einem Freugelände auf dem Hunsrück durchaus an. Aber auf Hochglanz polierte Museumsstücke findet man eben nur in großen Hallen, und nicht in einem Freiluftmuseum. Trotzdem kann ist die Flugaustellung L.+P. Junior in Hermeskeil absolut sehenswert und mit einem einzigen Besuch gar nicht ganz zu erfassen. Aber so weit liegt Hermeskeil ja nicht entfernt, als dass sich da nicht noch ein kleiner Zweit- oder Drittbesuch ergeben wird.

Update:
Wie die Jungfrau zum Kinde kam ich in dieser Woche zu einer zweiten Runde I_amGermany. Selbstverständlich twitterte ich auch von Hermeskeil heraus in die Welt. Die angehängten Bilder habe ich hier noch mal in einem kleinen Video versammelt. Für den Soundtrack habe ich ein paar Schraubenschlüssel im Zinkeimer geschüttelt, oder so...

#Pics2Mov from Martin Ingenhoven on Vimeo.

Mittwoch, 2. April 2014

Projekt 20:09

Liebe Leser und Leserinnen,

ich habe an dieser Stelle ja schon mehrfach über mein Leben und Ringen mit der Depression geschrieben. Mitte März, als ich mal wieder so richtig tief im Loch saß (als das Loch tageweise mal wieder so richtig tief war), kam mir die Idee, jeden Abend ein Bild von mir zu machen, um mal zu schauen, ob und wie ich mich verändere, verändert habe oder noch verändern werde.
Ich habe jetzt noch keine Ahnung, wo mich dieses Projekt hinführen wird, bin aber mal gespannt, wie und ob ich nächstes Jahr auf mich zurück schauen werde.
Da ich mich entschlossen habe, öffentlich von meiner Krankheit zu erzählen, ist es für mich auch logisch, dieses Selfie-Projekt öffentlich zu machen. Jeden Monat gibt es also ab jetzt auf der Seite 20:09 ein kurzes Selfie-Video zu sehen - eine halbe Sekunde für jeden Tag.

Warum Projekt 20:09? Weil mir die Idee dazu abends um neun Minuten nach acht kam, nichts weiter.

Wer mag, darf mich auf dem Projekt begleiten, und mir seine Meinung, Gedanken, Senf, Ergüsse, wasauchimmer, gerne dazu hinterlassen. Ich freue mich drauf!

So, lang genug geschnackt: Projekt 20:09 - März 2014 Bitteschön!