Mittwoch, 31. Dezember 2014

Kleiner Umbau zum Jahreswechsel

Keine Angst, der Inhalt bleibt gleich. Ich hatte einfach bloß keine Lust mehr auf abgerundete Ecken und rotbraunen Hintergrund.

Dienstag, 30. Dezember 2014

Provinzausblicke

Vor kurzem hat mich eine Verschlechterung meines Gesundheitszustandes (sei dies ein Euphemismus) dazu gezwungen, erstens einige Wochen in Lahnstein zu verbringen und zweitens, das Lahntal mit dem Zug zu bereisen.

Dabei ist folgende kleine Fotoserie entstanden, zu der ihr euch eine der beiden folgenden Einleitungen aussuchen dürft:
  1. Die immer gleiche Kameraperspektive des im Zug sitzenden Photographen ermöglicht tiefe Einblicke in die deutsche Provinzarchitektur entlang einer Bahnlinie. Die immer gleiche Entwicklung des Bildes mittels imitiertem Crossprocessing-Effekt unterstreicht eindrucksvoll den inneren Zusammenhang der Photoserie.

  2. Das Lahntal. Nirgendwo wirst du mehr Abschaum und Verkommenheit versammelt finden als hier.





 Die vollständige Serie "Provinzausblicke" gibt es in meinem Flickralbum.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Netzfund für Freunde der irischen Ballade

Unsere niederländischen Nachbarn von Omrop Fryslân veranstalten regelmäßig kurze Konzerte. In den Jahren 2013 und 2014 waren dort auch die Dublin Legends zu Gast.
Da mit Gerry O'Conner (ihr wisst schon, der Typ, der mit Joe Bonamassa den Blues hat), Sean Cannon und Eamonn Campbell sowie Paul und Patsy Watchorn hier wahrlich echte Folklegenden auf der Bühne stehen, und die Qualität der Videos ziemlich gut ist und ich gerade einfach Bock darauf habe, kann ich euch meine Lieblingsmusik nicht vorenthalten.


Bitteschön:

2013 mit Patsy Watchorn am Gesang:




Und 2014 mit seinem Bruder Paul an Five-String-Banjo und Stimmbändern:


Ja, ich weiß, die wirklich wahrlich echten Legenden Barney McKenna, Ronny Drew, Ciaron Bourke und Luke Kelly sind nicht mehr unter uns.
Aber der Himmel kann kein ganz schlechter Platz sein, wenn die Herren da oben einen kleinen Engelschor eröffnet haben. Halleluja!

Richard Norden - Schreibtipps für Schriftsteller

Creative Writing und - damit verbunden - der Indie-Buchmarkt fristen ja in Deutschland eher ein Nischendasein. (Ob das an unserer preußischen Obrigkeitshörigkeit, oder an irgendeinem komischen Elitedenken liegt, wäre mal interessant heraus zu finden. Ich vermute nur, dass dieses deutsche E- und U-Dings der Sache nicht sehr förderlich wäre. Wurst, erstmal ...)

Einer von denen, die auf dem Indiebuchmarkt mit Begeisterung aktiv sind, und sich auch um Nachwuchsschreiber kümmern, ist Richard Norden. Da ich zu den Abonnenten seines Newsletters „WritersWorkshop E-Zine“ gehöre, hatte ich die Möglichkeit, ein kostenloses Rezensionsexemplar des Buches „Schreibtipps für Schriftsteller“ zu erhalten. Dann also mal los:

Das Buch: 
„Schreibtipps für Schriftsteller“ ist der neueste Ratgeber von Richard Norden, der diesen selbst als einen „etwas anderen Schreibratgeber“ bezeichnet. Anders insofern, als das Norden sich hier, im Gegensatz zu seinen anderen Ratgebern nicht eines klar umrissenen Themas widmet, sondern einen Sammelband rund ums Thema Schreiben und Schreibtechniken anbietet.
Den Grundstock des Buches bilden Artikel, die Newsletterabonnenten bereits kennen, und in denen der Bogen gespannt wird von Themen wie „Jahresplanung für Schriftsteller“, über „Wie viele Handlungsstränge sollte Ihr Roman haben“ bis hin zu „Nie mehr Ideenmangel durch mobile Notizen“. Jeder dieser Artikel steht für sich, die Reihenfolge scheint dabei allerdings ein wenig willkürlich, was aber, so Norden für Abwechslungsreichtum sorgen soll.

Was hat es mir gebracht: 
Richard Norden ist nicht Stephen King und „Schreibtipps für Schriftsteller“ ist nicht „Über das Schreiben“. Trotzdem habe ich bis jetzt aus Nordens Buch mehr konkreten Rat erhalten als aus Kings altem Klassiker - auch wenn der nicht nur für King-Fans faszinierend und interessant ist.

Für wen könnte es interessant sein: 
„Schreibtipps für Schriftsteller“ wendet sich an alle, die Texte produzieren, sei es aus Spaß an der Freude oder für den (Indie-)Buchmarkt. Durch die breite Mischung der Themen kommen nicht nur Schreibanfänger auf ihre Kosten, auch wer sich schon länger mit Schreiben und Schreibtechniken auseinandersetzt, wird noch die ein oder andere Neuigkeit finden.

Fazit: 
„Schreibtipps für Schriftsteller“ ist zum Preis von 2,99€ bei Amazon (nicht gepsonsorter Link (!)) als ebook erhältlich und bietet eine reichhaltige Fundgrube lesenswerter Artikel und Praxistipps aus dem Newsletter „WritersWorkshop E-Zine“. Sowohl das Buch als auch den Newsletter kann ich Schreibbegeisterten Menschen nur ans Herz legen.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Endlich

Mein Freund Rainer hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass unsere Freundin Julia ihn auf etwas aufmerksam gemacht hat, das ich euch unmöglich vorenthalten kann:

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt

Der Meterzehn, der durch unser Haus wuselt, hat gerade die Weltraumphase. Sonne, Mond, Sterne, Weltraum - die Eltern unter euch kennen das bestimmt.
Die großartigen Bilder, die Alexander Gerst zur Erde geschickt hat, waren eine echte Fundgrube, und auch mit diesem Marspanorama wurde häufig gespielt. Kommentar der Kleinen: „Oh überall Sand. Da kann man bestimmt direkt aussteigen und losspielen.“
Von der Erklärung, dass das leider nicht so leicht möglich ist, kamen wir relativ schnell auf die Mondlandung, und wer denn der erste Mensch auf dem Mond war.

Ich: „Neil Armstrong. Ein Mann aus Amerika.“
Sie: „Aha! Und wer war die erste Frau?“
Ich: „Da war noch keine.“
Sie: „Doof, aber dann kann ich das ja werden.“
Nachdenkpause
Sie wieder: „Frauen können doch Astronaut werden, oder?“
Ich: „Ja klar.“
Sie: „Puh, dann ist gut. Und wer war die erste Astronautenfrau?“
Ich: „Valentina Tereschkova. Eine Frau aus Russland.“

Da ich mittlerweile raus habe, dass nach so einer Fragerunde spätestens am nächsten Tag mindestens vier oder fünf Nachbohrungen kommen, beschließe ich, mich über Valentina Tereschkova zu informieren. Da ich aktuell über kein gutes Buch zur sowjetischen Raumfahrt verfüge (Empfehlungen gern in die Kommentare), musste Frau Google herhalten.
Und da nahm das ganze für mich erst seinen Lauf.

Neben dem üblichen Wikipediaeintrag fand ich auch zwei Artikel der Zeit: einen aus dem Jahr 2012, einen anderen aus dem Jahr 2014. (Der politikkundige Leser wird den Schwan am Horizont schon erkennen.)

Der Artikel aus dem Jahr 2012, überschrieben mit „Die Kosmonautin, die für Putin kämpft“, widmet sich auch der Politikkarriere der ehemaligen Kosmonautin. In einem recht sachlichen Überblick darüber, wie es dazu kam, dass ausgerechnet eine Arbeiterin und Hobbyfallschirmspringerin für einen Orbitalflug ausgewählt wurde, findet selbstverständlich auch die propagandistische Wirkung des Unternehmens seinen Raum. Tereschkovas Flug fand am 16. Juni 1963 statt, in einer Zeit, in der das sowjetische Weltraumprogramm dem US-amerikanischen noch um Lichtjahre voraus war. Selbstverständlich war die Botschaft, ausgerechnet eine einfache Arbeiterin ins All zu schicken, wohl überlegt.
Der zweite Teil des Artikels widmet sich dann der Tatsache, dass Frau Tereschkova mittlerweile für die Partei „Einiges Russland“ in der Duma sitzt. (Die Zeit schreibt hier „ausgerechnet“ und spielt damit wohl den Gegensatz zwischen Tereschkovas Funknamen „Möwe - als Freiheitssymbol - und die Innenpolitik Putins an.)

Der zweite Artikel stammt aus dem Mai 2014, also einer Zeit, in der das Wort „Putinversteher" längst zum Schimpfwort geworden ist. Dieser Artikel eröffnet mit den technischen Schwierigkeiten der orbitalen Raumfahrt, die 1962 ungleich größer waren, als heute.
Der erste Sekretär Chruschtschow ruft dort „aufgekratzt“ in einen Telefonhörer, während Tereschkova „eingequetscht, verkabelt und behelmt“ die Erde umkreist. Das Bild der Hündin Laika will mir nicht aus dem Kopf.
Und dann geht es richtig los: Frau Tereschkova aus „westlicher Sicht“ verstehen zu wollen, sei „wie gegen eine Wand zu laufen“. (Arme ahnungslose Autorin ...) Valentina Tereschkova ist für die Verfasserin, Nina Pauer, nicht mehr als eine Marionette, die ausschließlich der sowjetischen Propaganda dient. Allein die körperliche und mentale Leistung eines Kosmonauten ist in den Zeiten eines sich anbahnenden neuen kalten Krieges wohl keiner großartigen Erwähnung mehr wert. War ja immerhin eine Russin und damit per se eine Putinversteherin. In der Schilderung ihrer späteren Politikkarriere wird von Tereschkova dann nur noch als der „feisten russischen Rentnerin“ gesprochen, die ohne „erkennbare eigene Agenda“ vor sich hin altert.

Spätestens hier kriege ich das Kotzen und wünsche der Autorin zwei, drei gesegnete Parabelflüge und ein paar Runden in der Zentrifuge.
Aber spätestens seit Max Uthoff und Claus von Wagner wissen wir, dass auch und gerade von der Zeit nichts anderes mehr zu erwarten ist.



Ich für meinen Teil freue mich jetzt einfach weiter an der unschuldigen Begeisterung unserer Tochter für den Weltraum. Kirk Ende!

Dienstag, 18. November 2014

Quatsch mit Erdbeermarmelade

Das folgende Blödsinnsgedicht entstand im Rahmen einer Schreibgruppe aus vier vorgegebenen Worten:

Der Adler ging Frühstücken zur Ameise.
Die Schnecke an der Ecke
verkaufte ihm Erdbeermarmelade,
doch Versmaß und Reim waren

aus.

Freitag, 14. November 2014

Alter Bergmannsfriedhof in Friedrichssegen

Am Wochenende ist es mir gelungen, einen kleinen Spaziergang in die umliegendenWälder zu unternehmen. Dabei habe ich mit Friedrichssegen ein altes Bergbaudorf entdeckt, das entweder verfallen oder ausgesprochen abweisend daliegt.
Wandert man jedoch tiefer ins Friedrichssegener Tal hinein, findet man mitten im Wald den alten Bergmannsfiedhof - einen der friedlichsten und geheimnisvollsten Orte, an denen ich jemals war.






Freitag, 24. Oktober 2014

Umzugsvollzug

So, Welt. Ich hab die Pappe auf. Ich bin umgezogen. Zur Tante Google.

(Einsatz des Chores: Buh, Verräter, Ausziehen)

How comes?
Nun, dieser Schritt hat mehrere Gründe. Fangen wir kurz mit den akuten an:

Nachdem meine bestehende Wordpressinstallation jetzt zum zweiten mal das Ziel des osteuropäischen Sexseitenwerbegewerbes geworden ist, und mir Strato keine (bequeme (dazu komme ich später noch) Möglichkeit bietet, Wordpress 4.0 zu installieren, musste eine Lösung her.
Mit meinem aktuellen Gesundheitszustand geht eine ausgewachsene Konzentrationsschwäche mit geringer Frustrationstoleranz einher. Deshalb scheidet im Moment (!) das äußerst verlockende Angebot von uberspace leider aus.

Kommen wir zum chronischen Grund:
Meine Bilder mache ich in den allermeisten Fällen mit einem Telephon. Ergo (oder um den großen Jochen Malmsheimer zu zitieren: Ergalso) brauche ich eine funktionierende App für iOS. Da die Wordpressoriginalapp aber völlig indiskutabel und unzuverlässig läuft, Pressgram mittlerweile leiderleiderleider eingestellt ist und alles andere auch mehr oder weniger Kernschrott ist und ich nicht selbst programmieren kann, wuchs mein Frust von Woche zu Woche.

S9y hätte ich ja noch eine Chance gegeben, aber die sind noch nicht so wirklich auf den Mobilzug aufgesprungen.

Ergalso: Verkaufen, Fremdhosting, lasst mich mit allem in Ruhe, tumblr oder blogspot!

Ihr seht selbst, dass tumblr (obwohl ich das ausgesprochen gerne mag) mir für diesen Blog hier ein wenig zu wenig funktional ist.

Wie schon angedeutet. Das hier ist nicht meine Traumlösung, uberspace schwebt in weiter Ferne vor mir, hier stehen noch jede Menge Umzugskartons, aber wer mag, ist herzlich eingeladen, auf dem Zwischenstück seine RSS-Links ein wenig anzupassen.

Tausend Dank für den Fisch und alles #ihrkenntdas

Freitag, 17. Oktober 2014

Einfach mal DANKE sagen

Hallo Welt,
die letzte Woche war beschissen, da mache ich keinen Hehl draus (ja, es gab auch sehr gute Entwicklungen, aber so alles in allem, war das eine Woche für die Füße).

Aber dann, Obacht!

Vor zwei Tagen setzte ich folgende Statusmeldung ab:

Was dann kam, hat seinen Anteil daran, mich wieder ein gutes Stück in die Spur zurück zu setzen - auch wenn ich immer noch hundemüde bin und 14 Stunden am Stück schlafen kann. Die Statusmeldung verhallte nämlich nicht so einfach, sondern es kamen unglaublich viele und liebe Worte zurück. Worte, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und das waren bitteschön nur die Reaktionen, die mich nicht als PM erreicht haben. Ich bin immer noch unglaublich gerührt und möchte deshalb nur zwei Dinge sagen:

  1. Danke für jedes einzelne Wort!

  2. Die Person, wegen der ich nicht mehr über meine Krankheit schreiben wollte, darf sich gern meine alte Reclamausgabe des Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand ausleihen. Die entsprechende Stelle ist markiert.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Was mir so richtig auf den Sack geht!

Du kannst die Uhr danach stellen. Keine fünf Minuten, nachdem du eine Diskussion über die Verletzung von Grundrechten durch Geheimdienste angefangen hast, kommt das Argument:
"Ja dann sei so konsequent und schaff dein Handy ab."

Darum! Geht! Es! Nicht! Verdammte Axt!

Ich will moderne Medien nutzen können, ohne unter einen Generalverdacht gestellt zu werden, durch eine gewählte Regierung in meinen Grundrechten verletzt werden, oder nur, weil ich ein bestimmtes Programm benutze, in der Datenbank eines Geheimdienstes zu landen.

 

 

 

 

 

So, und jetzt ist auch wieder gut mit Kraftausdrücken

Montag, 6. Oktober 2014

Von Bismarck lernen heißt herrschen lernen

Eikonal - lässt auch ihren Hals in kürzester Zeit anschwellen.

Oder eben auch nicht.

Am 4. Oktober berichtete die Süddeutsche Zeitung nach gemeinsamen Recherchen mit dem NDR und dem WDR über eine offensichtliche Verletzung des Grundgesetzes durch die damalige Bundesregierung in den Jahren 2004 bis 2007.

Unter dem Codenamen Eikonal soll der BND massenhaft Telekommunikationsdaten in Frankfurt abgegriffen und an die NSA übermittelt haben. Man könnte das ganze jetzt als Kooperation zweier Geheimdienste abtun, wenn da nicht die winzige Tatsache wäre, dass dabei auch Telekommunikationsdaten aus dem Inland abgegriffen und weitergegeben worden sind. Eine umfangreiche juristische Stellungnahme zu diesem Vorgang findet sich auf der Seite von Internet Law. Neben einem Verstoß gegen den §5 des Gesetzes zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses wird hier auch eine Verletzung des Artikels 10 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland diskutiert.

Da der Bundesnachrichtendienst direkt dem Kanzleramt unterstellt ist, ist die Verantwortung für dieses Vorgehen bei den damaligen Bundeskanzlern und deren Kanzleramtsministern zu suchen. Der eine isst wahrscheinlich gerade bei einer beliebigen Gasfirma Häppchen, die andere läuft irgendwo durch Berlin und die beiden zuständigen Chefs des Kanzleramtes sind jetzt Außen- und Innenminister.

Statt dass jetzt in Berlin aber die Kacke am Dampfen wäre transparente Aufklärung dieses ungeheuerlichen Vorgangs erfolgt, wird das Prinzip Bismarck angewendet: Brennt es im Inneren, konzentriere dich auf Außenpolitisches. Das funktioniert seit Jahrhunderten hervorragend und scheint sich aktuell ja auch wieder als probates Krisenmanagement zu erweisen.

Unsere Presse (einst als vierte Gewalt im Staat bezeichnet) spielt brav mit und stürzt sich ebenfalls auf die Krisenherde im Nahen Osten oder der Ukraine (garniert mit ein wenig Hongkong).
Von den großen Zeitungen berichtete lediglich die Süddeutsche (Links siehe oben); der Tagesschau war das ganze eine kurze Nachricht am Tag der deutschen Einheit wert. (Den Hinweis, dass an diesem Tag die Beerdigung eines Staats gefeiert wurde, dessen Bürger Massenhaft vom eigenen Geheimdienst ... ach was solls, das sind ja sowieso keine Aktenschränke, wie damals.)

Halten wir fest: In den Jahren 2004 bis 2007 hat der BND massiv gegen geltende Gesetze und Grundrechte verstoßen. Die verantwortlichen Personen sind heute in Amt und Würden, versuchen das ganze auszusitzen und unter den Teppich zu kehren.
Viel Mühe müssen sie sich offensichtlich nicht geben, da die ganze Sache sowieso keinen zu Jucken scheint, jetzt wo die Außenpolitik so viel wichtiger ist.

Linkliste:
Artikel der SZ vom 4.10.2014
Kommentar der SZ vom 4.10.2014
Tagesschaumeldung vom 3.10.2014
Bericht auf Netzpolitik.org vom 4.10.
Berichte bei Golem und Heise
Einschätzung von Internet-law.de
#Eikonal bei Twitter
Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses bei wikipedia
Artikel 10 des Grundgesetzes
satirische Umfrage des Postillon

Ihr lasst mich wissen, wenn ihr noch interessante Links habt, oder? Danke!

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Ein wenig Upcycling

Mit knapp über Vierzig war ich letzte Woche der Meinung, ich könnte endlich mal die alten, wackeligen Stühle aus meiner Studentenzeit aussortieren, bevor sie mir gegenüber endgültig nachgeben.
Ich hatte mir damals vier hübsche Sitzmöbel in Fichte/Tanne besorgt; zu 15 DM(!) das Stück bei einem führenden schwedischen Zimtröllchentütenhinterderkasseverkäufer.



Einer der Stühle hat uns im letzten Winter schon als Brennholz gedient; die übriggebliebenen wollte ich einer würdigeren Verwendung (zumindest aus Stuhlperspektive) anheimfallen lassen.
Gesagt, getan! Mit einer Stichsäge wurde die Sitzplatte dergestalt durchlöchert, dass das gute Stück danach aussah, wie jener sagenhafte Sitz, mit dem einst die Männlichkeit neuer Päpste geprüft worden sein soll. Für den besseren Sitz das ganze noch fix abgefeilt und standesgemäß in päpstlichem Weiß lackiert, in Ermangelung eines heiligen Vaters einen schicken Übertopf eingesenkt - und Zack - fertig ist der Blumenständer.




Donnerstag, 4. September 2014

In eigener Sache


Schweren Herzens habe ich mich entschieden, an dieser Stelle nicht weiter über meine Krankheit zu schreiben.
Ich habe eine ganze Menge wundervoller Leute durch die mit den Artikeln verbundenen Offenheit kennen gelernt, das Schreiben war (und ist) eine gute Krankheitsbewältigung für mich, aber ich befürchte, dass mir die Offenheit irgendwann zum Nachteil werden könnte.
Das Projekt 20:09 wird ebenfalls nur noch privat weitergeführt.
Ich bedaure diesen Schritt und hoffe, zu einem späteren Zeitpunkt wieder an das Thema anknüpfen zu können.

Sonntag, 27. Juli 2014

Weltfremd oder ferngesteuert?

Liebe Analognerds,

ich besuche regelmäßig ein Fitnessstudio, weil ich dadurch meine Rückenschmerzen spürbar lindern kann. Wenn ich einem Freund oder einer Freundin von diesem Fitnessstudio erzähle, weil ich glaube, dass der- oder diejenige dort ebenfalls ganz gut aufgehoben wäre, kann ich zur Unterstützung ein Prospekt, eine Preisliste, einen Kursplan oder ein paar Fotos zur Hilfe nehmen, um meine Aussagen zu unterstützen. Kommt es aufgrund meiner Empfehlung zu einem Vertragsabschluss zwischen der Person und meiner Muckibude, bekomme ich als Prämie ein Handtuch, einen Saunagutschein oder vielleicht sogar einen Monat freies Training. Ihr kennt das bestimmt. Funktioniert übrigens auch bei Zeitschriftenabos und ähnlichem ...

In der digitalen Welt ist das ein wenig anders. Dort ist es seit letztem Jahr so, dass ich - um in der Analogwelt zu bleiben - keinerlei Prospekte, Preislisten oder sonstige Sachen mehr vorzeigen darf, ohne eine Lizenzgebühr zu bezahlen. Das nennt sich Leistungsschutzrecht und gilt (wenn man da überhaupt von gelten sprechen kann) seit 2013. Nochmal: Wenn ich jemandem etwas empfehlen möchte, kann es unter Umständen dazu kommen, dass ich dafür als Empfehlender bezahlen muss.

Wenn ihr jetzt zu dem Schluss gekommen seid, dass man als Gesetzgeber eigentlich nicht einen noch größeren an der Klatsche haben kann, dürft ihr mal gespannt nach Spanien schauen. Dort ist eine Lizenzgebühr schon fällig, wenn ich - um mal in der Analogwelt zu bleiben - nur Name und Adresse meines Fitnessstudios nenne, um möglicherweise einen neuen Kunden zu gewinnen. Um dem Fass den Zacken aus der Krone zu schießen, wird dieser Irrsinn damit begründet, dass man verhindern will, dass mir irgendjemand die Adresse eines Hehlers verraten kann, der mir gestohlene Bücher anbietet.

Sach ma, haben die se noch alle!

Herzliche Sonntagsgrüße
Martin

P.S.: Das hier ist mein Fitnessstudio. Ganz lizenzfrei.

Sonntag, 20. Juli 2014

Heimschule Wassenach



Oberhalb von Kell und Wassenach liegt die Ruine der ehemaligen Heimschule Wassenach.
Sie wurde 1928 in katholischer Trägerschaft errichtet und vereinigte Gymnasium und Realgymnasium unter einem Dach.


Von den ursprünglich geplanten drei Flügeln wurde nur einer gebaut, dessen Rückseite noch heute zugänglich ist. Das Hauptportal liegt versteckt in einem Wäldchen auf Privatgrund.


1934/35 wurde der Schulbetrieb durch den kirchlichen Träger eingestellt und die Schule wurde zu einer "Heimstätte für Mädchen". Bis 1944 mussten Mädchen hier ihr Landjahr zur Unterstützung von Landfrauen und kinderreichen Familien ableisten.
Ab 1944 wurden in den angrenzenden Wäldern V1-Raketen montiert; die Heimschule war fortan geschlossen.


Versuche, nach dem Krieg in dem Gebäude ein Landschulheim einzurichten, scheiterten, da die Schule über keinen Wasseranschluss verfügt.


Heute dient das immer stärker verfallende Gebäude der örtlichen Jugend als wildromantischer und abenteuerlicher Partyplatz.

Samstag, 21. Juni 2014

Jackson P.

Während meines Klinikaufenthaltes im Jahr 2012 stand der 100. Geburtstag von Jack the Dripper an.
Ich habe mich zu der Zeit intensiv mit ihm auseinandergesetzt.
Schlussendlich ist es mir sogar gelungen, dieses 2x2-Meter-Gerät zu verkaufen, was mich ein ganz klein wenig stolz macht, wenn ich ehrlich zu mir bin.

Sonntag, 15. Juni 2014

Donnerstag, 12. Juni 2014

Wir hatten es davon

Diese Rose fand ich in Koblenz. Während der Aufnahme beäugte mich in älterer Herr - sagen wir mal - kritisch. Hier der Wortwechsel:

Ich: Guten Tag.
Er: Wat machense da?
Ich: Die Natur inmitten der Stadt genießen.
Er: Spinner!

Koblenz, du Hort der Freundlichkeit ...