Montag, 23. September 2013

Merkel hat Recht - Subjektives aus #Neuland

Keine Angst, dies ist kein Abgesang auf die Netzgemeinde. Ganz im Gegenteil.

So, jetzt haben wir den Salat, mit dem niemand so richtig glücklich scheint. Königin Angie I. ist knapp an der absoluten Mehrheit vorbei geschrammt. Niemand mag mit ihr spielen, dummerweise mag im linken Lager auch niemand mit den Schmuddelkindern von drüben spielen. Und die Nerds dürfen sowieso nicht mitspielen. Die Piraten wurden mit 2,irgendwas Prozent versenkt. Die AfD, mit der ich in keinem, ich wiederhole KEINEM, Punkt ihres ohnehin schon mageren Progrämmchens übereinstimme, könnte für die Demokratie dieses Landes vielleicht noch enorm wichtig werden, wenn sie clever ist...

Unangenehme Themen wurden im Wahlkampf 2013 ausgespart, der Michel wurde geschont und spätestens im Februar sind alle wieder total überrascht, dass die Griechen noch Geld brauchen, immer mehr Menschen in Deutschland mehr als einen Job haben und die Vorratsdatenspeicherung wieder eingeführt wird. NSA und GCHQ lesen bis Februar selbstverständlich mit. Ist doch klar.
Uns, der Netzgemeinde ist das klar, einigen anderen sicherlich auch noch. Warum spielten existentielle bürgerrechtliche Themen keine Rolle für die Wahlentscheidung vieler Deutscher?
Ja klar, die einfache Antwort, die nahe liegt: Es tut nicht weh, wenn jemand meine Mails liest, Kinderpornografie ist ein Verbrechen und Terroristen sind ja überall. Und ich hab nichts zu verbergen. Wenn ich aber keine Arbeit habe, meine Familie nicht ernähren kann, ist das vordergründig natürlich viel wichtiger. Natürlich!

Diese Erklärungen für das Scheitern des bürgerlichen Freiheitsgedankens greifen mir zu kurz. Viel zu kurz!
Beispiel gefällig? Die Staatsopernsängerin Andrea N. spricht vom Internet als der "vierten industriellen Revolution". Und die Piraten sind dem Irrglauben verfallen, Netzpolitik würde als Parteithema ausreichen, da in diesen Zeiten die Bürgerrechte nur durch fähige Netzwerkspezialisten verteidigt werden können. (Grüße an die Geheimdienste dieser Welt...)

Beides geht mir nicht weit genug. Wir leben nicht nur in Zeiten der industriellen Revolution (ja gut, auch, ein wenig). Wir haben vielmehr das Glück, in Zeiten einer kulturellen Revolution zu leben, der Tragweite meiner Meinung nach nur mit der Erfindung des Buchdrucks und dem daraus resultierenden Abbau des mittelalterlichen Herrschaftswissens der Kirche verglichen werden kann.

Vielen Analognerds (also auch einem Großteil unserer Politiker) unterstelle ich jetzt mal ganz dreist, diese Tragweite nicht zu sehen oder zu verdrängen. Diejenigen Analognerds, die die Tragweite der digitalen Revolution erkennen, fürchten zurecht um ihre Pfründe (Massenmedien, Meinungsmacher, Politiker, Kulturschaffende....).
Die Netzgemeinde hingegen macht meiner Meinung nach den Fehler, nicht genügend mit der analogen Generation zu kommunizieren. So wird eben lieber eine neue Partei gegründet und online alles beklagt (Hier schließe ich mich durchaus mit ein). Vielen von uns im Netz können die nötigen Veränderungen nicht schnell genug gehen. Unsere Generation ist schnell, manchmal zu schnell.
Schaut man aber kurz auf einige Daten, wird klar, dass wir noch sehr, sehr viel Geduld haben müssen. Als Beispiel möchte ich nur kurz einige Lebensdaten anführen: Johannes Gutenberg wurde etwa im Jahr 1400 geboren, Martin Luther erblickte wohl 1483 das Licht der Welt und Galileo Galileo ist erst 1642 verstorben. Macht in etwa 200-250 Jahre für eine kulturelle, soziale und wissenschaftliche Umgestaltung Europas. Wer sind wir, dass wir glauben, wir könnten die nächste kulturelle Revolution in 10 oder 20 Jahren schaffen...

Insofern: Merkel hat Recht. Das Internet ist für uns alle #Neuland!

Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesen Gedanken für mich persönlich?
1) Ich werde mich politisch engagieren, und zwar auf kommunaler Ebene. Dort kann ich direkt mitwirken.
2) Ich werde versuchen, andere Personen davon zu überzeugen, ihre Meinung wieder laut und im analogen Leben zu vertreten.

Was wünsche ich mir von den politischen Parteien dieses Landes?
1) Liebe Piraten, löst euch auf, es ist vorbei. Ihr seid nicht die Netzgemeinde. Derzeit eint euch nichts, außer einer gewissen Technikaffinität. Tragt euer Wissen lieber raus in die analoge Welt. Dort ist es besser aufgehoben.
2) Liebe SPD, redet endlich mit der Linkspartei!
3) Liebe AfD, geht nach Karlsruhe und klagt gegen die 5%-Hürde. Es kann in einer Demokratie nicht angehen, dass 15% der Wählerstimmen nicht im Parlament repräsentiert werden.
4) Liebe FDP, schmeißt die Karrieristen raus und besinnt euch dessen, was Liberalität und Bürgerrechte wirklich bedeuten. Ich schrieb Bürgerrechte, nicht Konzernrechte. Das ist ein Unterschied.
5) Liebe Grüne, beantwortet mir bitte endlich die Frage, warum Kretschmann und Kuhn nicht im Wahlkampf präsent waren. Warum macht ihr Gewinner mundtot, nur weil sie vielleicht nicht zu eurer Berliner Linie passen.
6) Liebe CDU, bis auf weiteres seid ihr die einzige Volkspartei. Ich bin mir sicher, dass ihr mehr zu bieten habt, als nur die Teflonpfanne an Eurer Spitze. Werdet bitte endlich wieder konkret. Danke.

Donnerstag, 12. September 2013

MiG-21

Ich habe lange nachgedacht, ob ich ein Tötungswerkzeug ästhetisch und kunstvoll darstellen darf. Natürlich war eine MiG-21 eine potenzielle Mordwaffe. Trotzdem hat mich die Linienführung dieses Stückes Technik zutiefst beeindruckt.
Ich habe mich also dazu entschieden, die Bilder eines ehemaligen Kampfflugzeuges der DDR, welches in Lelystad ausgestellt ist, zu zeigen. Vielleicht stimmt ja jemand mit mir überein, dass die Linienführung dieses Flugzeugs trotz seines Hintergrundes durchaus sehenswert ist.

 

20130912-132119.jpg20130912-132142.jpg

20130912-132221.jpg

20130912-132247.jpg