Freitag, 27. Dezember 2013

Buchstöckchen

Dagmar hat in Köln mit einem Stöckchen um sich geworfen. Ich habe es dann mal aufgehoben.

Welches Buch liest Du momentan?
Neben mir liegen gerade "Die Abenteuer des Joel Spazierer" in der wunderschönen Ausgabe der Büchergilde Gutenberg.

Warum liest Du das Buch? Was magst Du daran?
Die Abenteuer des Joel Spazierer ist seit langem mal wieder ein Buch, das ich mir nur aufgrund des Klappentextes gekauft habe. Zum Inhalt kann ich noch nicht viel sagen, da ich heute erst angefangen habe zu lesen. Was mir allerdings richtig gut gefällt ist der schwarz-weiße Leinenumschlag und die wirklich schöne Buchgestaltung.
Vor einem Jahr habe ich angefangen, darüber nachzudenken, mir irgendwann einen Ereader zuzulegen. Noch wehre ich mich dagegen, weil ich, wie der aufmerksame Leser diesem Blog vielleicht entnommen hat, ein Büchernarr bin. Im Moment lautet mein Vorsatz: Kauf dir schöne Bücher ganz bewusst und Taschenbücher gebraucht. (Der Ereader taucht da nicht drin auf, ich weiß.) Um diesen Vorsatz auch einzuhalten, bin ich seit Anfang des Jahres Mitglied bei der Büchergilde, weil mir Programm und Buchausstattung einfach zusagen.

Wurde Dir als Kind vorgelesen? Kannst Du Dich an eine der Geschichten erinnern?
So richtig erinnern kann ich mich nicht. Allerdings bin ich in einem wundervollen Haus aufgewachsen, in dem nahezu jeder freie Winkel mit Büchern vollgestopft ist. Meist handelt es sich dabei um Abenteuerliteratur, Geschichtliches, Krimis und ein wenig phantastische Literatur. Da ich das mit dem Lesen wohl relativ fix raus hatte als Kind, habe ich mit der Bergung der Bücherschätze ziemlich früh auf eigene Faust angefangen.

Gibt es einen Protagonisten oder eine Protagonistin, in den /die Du mal regelrecht verliebt warst?
Verliebt? In einen Protagonisten? Ich glaub dazu bin ich dann doch zu rational veranlagt. Leider...

In welchem Buch würdest Du gern leben wollen?
Wenn ich mich zwischen Buchdeckel pressen lassen würde, dann wäre das eine Gesamtausgabe von Isaac Asimovs Werken.

Ein Lieblingssatz aus einem Buch?
Ich mag die Formulierung "wie Butter auf zu viel Brot verstrichen". Ich musste das Gefühl in den letzten Jahren intensiv kennenlernen. Mir ist noch keine bessere Umschreibung für eine Depression untergekommen, auch wenn Tolkien den Satz sicher anders gemeint hat.

So, wer ist der oder die Nächste? Die Juna, die Co Ma oder der Dunkelangst oder vielleicht jemand ganz anderes...

Sonntag, 22. Dezember 2013

Kindersonntagsausflug

Als bekennender Freund der Reihe Eisenbahnromantik von Hagen von Ortloff, hatte ich in der letzten Woche einen kleinen Hinweis erhalten. Unweit des Ingenhovenschen Familiendomizils liegt der Modellbahnhof Stockheim. (Achtung, die Seite versprüht einen gewissen Jahrtausendwendecharme, vermittelt aber einen sehr guten Eindruck der Anlage.)

Es handelt sich beim Modellbahnhof um ein altes Bahnhofsgebäude, das von Modellbahnfreunden gekauft und wieder hergerichtet wurde. Im Inneren verbergen sich eine Darstellung Mittelhessens im Maßstab 1:87 und eine große LGB-Anlage mit einem imposanten Nachbau des Kreisviadukts von Brusio.

Die LGB-Anlage fasziniert sicherlich schon aufgrund ihrer Größe, allerdings ist bei der Anlage auch noch einiges zu tun, manche Ecken scheinen noch nicht zu Ende gebaut. (Ist man bei einer Modelleisenbahn jemals an einem Ende angelangt? Unwahrscheinlich...)

Die Innenanlage mit der Spurweite H0 erstreckt sich über mehrere Zimmer. Unzählige liebevoll gestaltete Szenen sind auch für die Kleinsten problemlos einsehbar, da am Eingang eine ganze Reihe kleiner Trittleitern kostenlos zu entleihen sind. Ich allein hätte mich ja schon stundenlang sattsehen können, und ich habe mit Sicherheit noch nicht alles entdeckt, was es zu sehen gab. Für unsere Kleine waren die vielen Taster völlig faszinierend, mit denen vom Modellflugzeug (selbstverständlich im Modellmaßstab), über Feuerwehreinsätze bis zum Stadtverkehr jede Menge Bewegung auf der Anlage erzeugt werden kann. Wenn es sich satt gedrückt hat, stehen noch eine Reihe kleinerer Anlagen zur Verfügung, auf denen die Kinder selber den Zugverkehr steuern können.

Die Anlage in Stockheim kann und will es selbstverständlich nicht mit Profianlagen wie in Hamburg aufnehmen, dafür versprüht der ganze Bahnhof aber seinen ganz eigenen, gemütlichen Charme, amateurhaft im ursprünglichsten Wortsinne. Hier sind eben Liebhaber am Werk. Und auf das, was sie da in der mittelhessischen Provinz geschaffen haben, können sie zu Recht sehr stolz sein.

Der Modellbahnhof Stockheim erhält meine drei persönlichen Empfehlungen als Modellbauer, Eisenbahnfreund und Vater einer dreieinhalbjährigen Tochter.

Im zweiten Teil des Ausflugs ging es dann etwas größer zu. Da der Modellbahnhof über eine gute Autobahnanbindung verfügt, waren wir noch fix am Frankfurter Flughafen. Schließlich kann man da Zug fahren und noch große Flugzeuge auf dem beleuchteten Flugfeld anschauen. Fazit unserer Kleinen war jedenfalls: "Papa, das war ein cooler Obertag!"

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P.S.: Auf der Rückfahrt durfte ich mir noch das Märchen von Schneewittchen und den sieben drei zwei Schildkröten anhören. Ich habe nicht alle Zusammenhänge verstanden, aber ich glaube, das war auch gar nicht nötig. Die Erzählerin hatte auch so ihren Spaß.

Freitag, 13. Dezember 2013

Ist das Kunst, oder kann das weg?

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Als was nun, ist das jetzt Kunst, oder kann das weg?
Sieht doch ganz nett aus, so als modernes Gemälde. Passt doch gut in einen Hotelflur oder eine Arztpraxis, oder?

Die Antwort ist wie so oft im Leben: Es ist kompliziert!

Kann das weg? Ja, auf jeden Fall!

Ist das Kunst? Keine Ahnung, da es sich um das Photo eines Stückes Hühnerfleisch handelt, das zwei Wochen in konzentrierter Natronlauge gebadet wurde.

 

Igitt! Wer macht denn so was?

Schüler von mir wollten die Wirkung von Abflussreiniger simulieren. Sie hatten gelesen, dass Abflussreiniger organische Moleküle auflöst.
Na das wird dann doch gleich mal ausprobiert! Und Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Oder eingelegt in Natronlauge...

Randerscheinung



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Es gibt diese Tage, an denen du glaubst, keine Zeit zu haben. Und dann läuft dir ganz am Rand des Augenwinkels doch noch ein Bild vor's Telephon...

Dienstag, 3. Dezember 2013

10 digitale Dinge

Moritz "mo." Sauer hat über 10 digitale Dinge geschrieben. Ich habe das Stöckchen dann mal aufgehoben:

1. Welches soziale Netzwerk ist dir das Liebste – und warum?
Darf ich auch zwei nennen? Ja? Danke. Also, neue Musik (meist schottische Folksongs für unsere Band) entdecke ich auf youtube.
Twitter vereint für mich auf perfekte Weise Schnelligkeit, Kontaktfreudigkeit, Demokratie, Kunst, Politik und Chaos. Ich mag Twitter, obwohl es mir manchmal gehörig auf den Zwirn geht.

2. Was ist das Dümmste, was du je über Facebook gehört hast?
Wenn Leute ihr Facebookprofil als Homepage bezeichnen....nicht wirklich, oder? Doch, das habe ich jetzt schon mehrfach gehört: Ich hab ne Homepage in Facebook. Als ob Facebook das Internet wäre...

3. Wie wichtig findest du das Monitoring deiner Online-Aktivitäten für dich? (Besucherzahlen, Likes, Follower etc.)
Ich schließe mich Moritz mit meiner Antwort an: Das war mir mal wichtiger. Viel wichtiger finde ich das Monitoring durch den Bot von ironbloggerkoeln.de, der mich ab diesem Moment nicht mehr dazu anhalten muss, diese Woche noch etwas zu schreiben.

4. Welche Blogs sollte man unbedingt lesen?
Puh, schwierig. Blogs sind bei mir wie Mixtapes: sehr tagesformabhängig. (Ich mach da mal einen eigenen Artikel draus. Versprochen.) Oft stoße ich über twitter auf gute Artikel. Julia Schönborn schafft es immer wieder, mich zu berühren. Mein Lieblingsblog ist im Moment zungenbrand.de. Ich mag Patricks Stil einfach.

5. Welche Online-Tools nutzt du am liebsten?
Die Textkorrektur auf duden.de ist ja schon saupraktisch.

6. Wie heißt das Buch, das du gerade liest oder zuletzt gelesen hast?
Andreas Eschbach: Herr aller Dinge

7. Hast du eine Zeitung abonniert und warum (nicht)?
Ja, ich bin Abonnent der National Geographic Deutschland. Ich habe schon mehrfach überlegt auf digital umzustellen, aber da es das DVD-Abo nicht komplett als Download gibt, greife ich weiterhin zu Papier.
Außerdem habe ich Perry Rhodan abonniert. Richtig gute "Schundliteratur" gehört einfach in Hefte aus schlechtem Papier. Da bin ich wählerisch.

8. Vervollständige einen dieser Sätze: “Print ist…” oder “Fernsehen ist…”
Print ist unersetzlich am Strand und in der Badewanne.

9. Wenn du noch einmal von vorne anfangen könntest, was würdest du werden?
Warum um Himmels willen sollte ich von vorne anfangen. Ich bin ich, und das unter anderem durch die Dinge, die ich eigentlich nie tun oder erleben wollte. Aber nichts davon will ich missen.

10. Über welches Video, Gif, Meme oder welchen Tweet hast du zuletzt gelacht?
Ganz ehrlich? Das hier:

 

Montag, 2. Dezember 2013

Postkarte vom Laacher See

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Gerüchte, dass dieser Baum da morgens extra nur für uns Photographen hingelegt und abends wieder eingesammelt wird, wurden von nächtlichen Schwimmern glaubhaft wiederlegt.

Das Wort Idylle spricht man im Falle dieses Bildes übrigens genauso aus wie die Worte Kanaille, Patrouille und Medaille.

Glaube ich zumindest...

Samstag, 30. November 2013

#VDS - Wie sag ich's bloß meinen Eltern

Heute mal kein Photo. Heute mal ein offener Brief an die Generation meiner Eltern, die ohne Internet aufgewachsen ist.

 

Liebe Eltern,

Es geht um die Vorratsdatenspeicherung (VDS), die CDU, CSU und SPD in ihren sogenannten Koalitionsvertrag geschrieben haben. (Was Aussagen in Koalitionsverträgen wert sind, haben wir ja die letzten vier Jahre gesehen. Aber auf die VDS sind ein paar Politiker derartig geil, dass es mir Angst macht.)

Worum geht es also? Stellt euch vor, liebe Eltern, dass in jeder Postfiliale jemand sitzt, der von jedem Brief, jedem Päckchen und jeder Postkarte, überhaupt von jeder Postsendung Absender, Empfänger, Postfiliale der Aufgabe und Postfiliale der Ablieferung notiert und in einem großen Notizbuch aufschreibt. Wohlgemerkt von allen Postsendungen - völlig grundlos. Einfach weil es so im Gesetz steht. Dieses große Notizbuch muss sechs Monate lang aufbewahrt werden und auf Verlangen der Polizei (pro forma nach richterlichem Beschluss) überlassen werden. Einfach so, weil es im Gesetz steht.

Die Begründung für dieses Gesetz ist einfach, bestechend und nachvollziehbar: Wenn jemand ein Verbrechen begeht, hat er das vielleicht vorher in Briefen angekündigt. So können wir leichter Beweise finden.

Die Standardargumente für die Vorratsdatenspeicherung sind meistens dieselben: VDS hilft bei der Bekämpfung von Terroranschlägen, bei denen es Tausende Tote geben kann. VDS hilft gegen Pädophile, weil die sich über das Internet austauschen und Kinder geschützt werden müssen. Wer nichts zu verbergen hat, braucht auch nichts zu befürchten und wer gegen Vorratsdatenspeicherung ist, hat bestimmt Dreck am Stecken und muss wohl mal näher untersucht werden. Diese Argumente werden auch dann vorgebracht, wenn sie nachweislich falsch sind.(Nebenbei bemerkt ist diese Aussage für mich Grund genug, dass Sigmar Gabriel sich einen neuen Job suchen sollte; Briefmarkenanlecker vielleicht.)

Kommen wir kurz zur Auseinandersetzung mit den einzelnen Argumenten:

Im sogenannten NSA-Skandal konnten die beiden Hauptbefürworter Friedrich und Pofalla keine Beweise dafür liefern, dass das milliardenfache Abhören unserer Kommunikation auch nur einen einzigen Terroranschlag verhindert hat. Beide haben zwar groß rumgetönt, letztendlich ist von den angeblichen Terroranschlägen aber nichts mehr übrig geblieben, was einen derartigen Aufwand und eine milliardenfache Grundrechtsverletzung rechtfertigen würde. Vorratsdatenspeicherung dürfte gegen Terrorismusabwehr also auch nichts bringen. OK, Argument überzeugt nicht? Versuchen wir es mathematisch.
In Europa kommen jährlich mehr Menschen im Straßenverkehr um, als durch Terroranschläge. Höchste Zeit, endlich den Individualverkehr zu verbieten. Am sichersten ist es sowieso, wenn man zu Hause bleibt.

Kommen wir zum Bereich Pädophilie und Kinderpornos. Liebe Analogmenschen, glaubt ihr allen Ernstes, dass Kinderpornos ein Phänomen des Internetzeitalters sind? Nicht wirklich, oder? Und mal ganz ehrlich, kein Produzent eines Kinderpornos würde diesen an seine Kunden in einem offenen und durchsichtigen Umschlag verschicken. (Emails sind im Regelfall immer noch offen und unverschlüsselt.) Genau, solche Produkte wurden schon immer unter der Hand, abseits der Öffentlichkeit und durch Mund-zu-Mund-Propaganda weiter gereicht. Solche Strukturen existieren auch im Netz. Aber das sind nicht die Orte, an denen sich die allermeisten von uns virtuell bewegen. Statt also auf öffentlichen Plätzen wahllos jeden Passanten nach Kinderpornos abzusuchen, sollte sich die Polizei lieber auf die heimlichen Vertriebskanäle konzentrieren. Sie hat im analogen wie im digitalen Leben die Möglichkeit dazu, ohne uns alle unter Generalverdacht zu stellen.

Drittens! Wer nichts zu verbergen hat.....
Liebe Elterngeneration. Eure eigene Elterngeneration weiß, wie es ist, in einem Staat leben zu müssen, in dem ja nichts zu verbergen hat. Dummerweise haben das nicht eure Eltern bestimmt, was plötzlich verdächtig war und was nicht. Das war die damals regierende Klasse. Dumm gelaufen, oder?
Ja gut, kann man jetzt sagen, das waren ja Nazis und damit Verbrecher. Geht in Ordnung. Aber wie schnell eine demokratische Partei von reaktionären und teilweise kriminellen Vollpfosten unterwandert werden kann, sieht man ja bei den Teebeutelschwingern unseres großen atlantischen Bruders. (Dass diese Hornochsen dabei noch den großen Namen der echten Tea Party verbrennen, ist leider nur ein kleines Randübel.)
OK, keine Nazivergleiche mehr. Aber Senator McCarthy sollte ja wohl noch ein Begriff sein, und dass die Sache mit der Rasterfahndung in den Siebzigern auch keine wirklich wirksame Sache war, solltet ihr auch noch wissen, liebe Elterngeneration. Tea-Party, McCarthy-Ausschuss und Rasterfahndung gegen die RAF sind Auswüchse des sogenannten demokratischen Rechtsstaats gewesen. Soviel nur dazu.

Ich fürchte, dass Leute wie Thomas Oppermann und Peter Schaar in den nächsten vier Jahren nicht viel zu melden haben werden. Und ich bedaure bis heute zutiefst, dass die Partei von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger von inhaltsleeren und machtgeilen Jüngelchen unterwandert wurde.

Ich fürchte auch die Gleichgültigkeit weiter Bevölkerungsteile in unserem Land. (Nein, ich spare mir den Nazivergleich und die Weimarer Republik an der Stelle, so schlau seid ihr selber.) Dass es hilft, Widerstand zu leisten, hat man 2007 gesehen, als das Bundesverfassungsgericht den ersten Versuch zur VDS zurückgepfiffen hat.

Ich fürchte um die Generation unserer Kinder. Ich will nicht, dass meine Tochter und ihre Freunde in einem Überwachungsstaat leben müssen, in der jeder Bürger unter Generalverdacht steht. (Elmar Weinhold hat das sehr schön beschrieben.) Ich möchte einen Staat, der seinen Bürgern vertraut und in dem die Unschuldsvermutung noch etwas gilt - analog wie digital. Schließlich wollt ihr euch ja beim Einkaufen auch nicht routinemäßig einer Taschenkontrolle an der Kasse unterziehen müssen, oder?)

Und ich fürchte um die Moral unserer Politiker (Ja, ich weiß, ich bin Optimist. Viele werden jetzt sagen, dass es da nicht mehr viel zu befürchten gibt. Aber im Großen und Ganzen glaube ich schon noch an so etwas wie Restmoral.) Wie bitte kann es sein, dass die zukünftige Regierung etwas in ihren Koalitionsvertrag schreibt, dass die UNO für menschenrechtswidrig hält? (Gut, bei Menschenrechten hab ich ja seit der Lampedusageschichte und der Sache mit Frontex keine allzu hohen Erwartungen mehr, aber das ist eine andere Geschichte.

So, und jetzt Butter bei die Fisch, Arsch huh, Zäng ussenander und Ärmel hochkrempeln. Was könnt ihr analog und digital gegen die Vorratsdatenspeicherung und den damit einher gehenden Generalverdacht tun:

  • reden, reden, reden - Haltet das Thema öffentlich! Diskutiert mit Freunden, Eltern, Kindern, Kollegen....

  • Nervt euren Bundestagsabgeordneten. Schreibt Briefe und Emails und fragt nach ihrer Meinung zum Thema VDS. Macht eurem Abgeordneten in Berlin klar, was ihr von Vorratsdatenspeicherung haltet. Namen und Anschrift der Abgeordneten lassen sich hier mit wenigen Klicks herausfinden.

  • Reicht eine Petition beim Petitionsausschuss des Bundestages ein. Dazu muss man kein Politikexperte sein. Jeder hat das Recht, sich an diesen Ausschuss zu wenden. Analog, per Brief oder digital auf der Internetseite des Petitionsausschusses.

  • Oder beteiligt euch hier an einer bereits laufenden Petition an den Bundesrat.


 

UPDATE vom 02.12.2013

Wer mir immer noch nicht glaubt, liebe Eltern, dem sei Folgendes gezeigt. Der Bundesinnenminister Friedrich hat sich nach Informationen der Deutschen Wirtschaftsnachrichten mit folgendem Pamphlet in die Koalitionsverhandlungen begeben. Soviel zum Thema "Unterwanderung demokratischer Strukturen".

Wie wäre es denn jetzt mal mit Aufwachen?


UPDATE 2 vom 6.12.13

Auch in Japan geschieht Ungeheuerliches.

Besorgte und ängstliche Grüße

Martin

Montag, 25. November 2013

Ich weiß es einfach nicht

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Ich bin Mensch, ich bin Familienvater und ich bin Biolehrer - und ja, ich mag zoologische Gärten. Da wir Menschen uns gerade buchstäblich wie die Axt im Walde benehmen und eine Tierart nach der anderen ausrotten, halte ich Zoos sogar für extrem notwendig, so traurig diese Notwendigkeit auch ist.

Besondere Wut bekomme ich bei der Behandlung unserer nächsten Verwandten in freier Wildbahn. Aber jedes Mal, wenn ich Menschenaffen in Zoos sehe, denke ich, dass es falsch ist, sie einzusperren. Aber draußen haben sie relativ geringe Chancen gegen uns.

Ich weiß es einfach nicht! Und ihr?

Samstag, 16. November 2013

Die Füße im Feuer

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Wie jeder halbwegs vernünftige Mensch habe auch ich mein Pensum an Fünfen in der Schule verzapft. Manche davon waren echte Betonfünfer - wie die in Leichtathletik. (Man kann einem Schrank einfach keinen Seiltanz beibringen. Ist so!). Manche waren echt nervig, wie die in Mathe - Test im großen Einmaleins (Wer bitte muss auswendig wissen, was 17 mal 8 ist? Ich nicht!). Und manche Fünfen sind so cool, dass man auch nach fünfundzwanzig Jahren noch drüber lacht.

Legendär ist meine Fünf in Deutsch, als es um die Interpretation der Ballade Die Füße im Feuer ging.
Balladen waren noch nie so wirklich meins, und mein Deutschlehrer damals war auch nicht so wirklich meins. Im Nachhinein tut mir der arme Kerl leid. Paul Katzenbein (der Name ist maximal verfremdet bei gleichzeitiger Beibehaltung der Charakterisierung des Originalnamens) war eigentlich ein alter Sack, der uns deutlich spüren ließ, das es unter seinem Niveau war, pubertäre Vollpfosten wie uns zu unterrichten. Aus Kriegsgründen war ihm, so erzählte Katzenbein uns, der Doktor verwehrt geblieben. So blieb dem armen Paul die ersehnte Professorenkarriere versagt. Stattdessen musste er uns ertragen und wir ihn. Was hab ich ihn damals gehasst, und mit ihm natürlich die Deutschstunden und die Literatur. Man könnte fast meinen, der alte Katzenbein hätte sein Gutteil dazu beigetragen, dass ich mich später den Naturwissenschaften und der Pädagogik gewidmet habe. Insofern: Danke Paul Katzenbein. Du hast was gut bei mir!

Zurück zu meiner legendären Fünf.

Nachdem wir also monatelang mit Nathan dem Bekloppten, dem verwirrten Schimmelreiter und den Idioten von Seldwyla gequält wurden, kam Katzenbein mit dieser schaurigen Ballade daher, bei der schon der Anfang mein Herz höher schlagen ließ. War das etwa Abenteuerliteratur. Und dann noch der Titel. Und irgendwo stand noch was von "zwei Füße zucken in der Glut". Ey, Paul, hab ich gedacht, da gehts ja um Folter. Sehr geiles Gedicht!

In der abschließenden Klassenarbeit ging es dann um eine Interpretation des Ganzen; besonders um den Schluss, wo es heißt: Mein ist die Rache, redet Gott. Mein Fehler war, dass ich diesen Satz als Aufforderung Gottes an den Franzosen interpretiert hab, nun doch endlich Rache zu üben, und dem blöden Boten eine zu verplätten.

Das war leider falsch!

Ich fand meine Interpretation damals allerdings gar nicht so mangelhaft, sondern viel cooler als die eigentliche Botschaft vom alten Conrad Ferdinand. Wie Zeiten sich doch ändern können. Und ich muss jedes mal über mich selbst lachen, wenn ich an die Geschichte zurück denke.

Mittwoch, 13. November 2013

Chase Jarvis in Leibstadt

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The Best Camera Is The One That’s With You. Für treue Leser dieser Seite sollte es ja kein Geheimnis mehr sein, dass Chase Jarvis für mich damit mein iPhone 4S meint.

Wie Recht Jarvis mit diesem Satz hat, durfte ich an einem Nachmittag im Frühjahr 2012 spüren.

Nichts ahnend fuhr ich mit dem Auto den Hochrhein zwischen Basel und Schaffhausen auf deutscher Seite entlang, als ich plötzlich das KKW Leibstadt auf schweizer Seite vor mir sah. Da ich nur jemanden abholen wollte, hatte ich meine Pentax im Schrank liegen lassen, das iPhone diente mir zu diesem Zeitpunkt als Navi. Schwein gehabt, würde ich sagen.

Ungeachtet der Tatsache, dass es sich bei der Wolke nur um Wasserdampf handelt, hat das Bild für mich eine extrem große Symbolkraft und strahlt eine immense Bedrohung aus.

Sonntag, 10. November 2013

Der alte Barbarossa wusste schon Bescheid

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Heute gibt es mal eine kleine Sonntagsausflugsempfehlung von mir - Die Kaiserpfalz in Kaiserswerth. Die Ruine liegt direkt am Rhein im nördlichen Stadtteil Kaiserswerth, einer ehemaligen Rheininsel. Leider ist die Ruine für meinen Geschmack zu oft abgeschlossen, aber vom Rheindamm aus kann man sich ein ganz gutes Bild machen, was der alte Heinrich III. sich da mit unverbaubarer Flussaussicht an den Rhein gezimmert hat. Wem es zu kalt wird, darf auch gern im benachbarten Burghof einkehren. Im Sommer ist das einer der gepflegtesten Plätze im Düsseldorfer Norden für ein lecker Altbier. Und wenn man schon da ist: Die Toilettenanlagen im Burghof sind ein absoluter Pflichttermin - übrigens auch die Toiletten des jeweiligen anderen Geschlechts. Man wird im Herrenklo sogar ausdrücklich aufgefordert, mal einen Blick noch drüben zu werfen. Ich verrate nur soviel: Ist das Kunst oder Klo?

In meiner Jugend war die Kaiserpfalz übrigens einer meiner Lieblingsplätze. Herrlich verwinkelt mit Treppen und einem Ausguck ganz oben. Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass wir sogar mal ein Remake von Highlander in der Ruine gedreht haben. Selbstverständlich außerhalb der Öffnungszeiten, wir wollten nicht so viele Komparsen dabei haben. Zum Glück ist der Film nie fertig geworden...

Ach ja, früher (TM)...

Dienstag, 5. November 2013

Rhein bei Düsseldorf



Vor einiger Zeit hat Janett Schindler über ihre Erlebnisse als Auswanderin nachgedacht. Ich bin ja auch so ein Ausgewanderter. (Oder Eingewanderter, das hängt von der Blickrichtung ab. Einigen wir uns auf Wanderer, das passt ganz gut.)
Ich fand sowohl den Artikel, als auch die zugehörige Blogparade richtig interessant. Mir fehlte dereinst nur Zeit und Inspiration, etwas zu schreiben.

Am letzten Sonntag hatte ich dann die Inspiration. Mein Bruder und seine Frau haben sich zu Besuch bei meinen Eltern angekündigt. Also sind wir auch hochgefahren.

Obige Szene hat sich bei bestem Herbstwetter bei Kaiserswerth am Rhein zugetragen. Die Rheinwiesen von Kaiserswerth liegen auf halbem Weg zwischen dem Düsseldorfer Flughafen und den Hochöfen von Duisburg Meiderich. In einer Gegend also, die so ziemlich das Gegenteil vom "Schönsten Arsch der Welt" ist, wie Jacques Berndorf es einmal ausdrückte.

Und trotzdem zeigt das Bild meine Heimat. Ja klar, Kaiserswerth ist ja ein Stadtteil von Düsseldorf. Gemeint ist aber mit dem Wort Heimat bei mir der Rhein. Ich mag diesen Fluss. Ich habe schon so unglaublich viel an ihm erlebt, dass ich mit den Geschichten einen eigenen Blog füllen könnte (mach ich vielleicht auch mal...). Und ich mag die Menschen am Rhein. Ihre Gelassenheit, die Fähigkeit 2 plus 2 beinahe grundsätzlich fünf sein zu lassen und ihre Herzlichkeit. (Gut, in Koblenz muss man da deutliche, mitunter sehr deutliche Abstriche machen; aber es muss ja auch Ausnahmen und schwarze Schafe geben.)

Man sagt uns im Rheinland oft nach, ein wenig oberflächlich, fast US-amerikanisch unverbindlich zu sein. Das mag sein. Aber mal ehrlich: Sich guten Tag zu sagen und nett zueinander zu sein hat noch keinem geschadet.

In diesem Sinne: Darum isset am Rhein so schön!

Sonntag, 3. November 2013

Ein weites Feld

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Ich bin in der Großstadt aufgewachsen. Als Kind konnte ich fast auf die Rollbahn des Düsseldorfer Flughafens spucken. Das war toll!

Mittlerweile habe ich mir den Traum erfüllt, auf dem Land zu leben - irgendwo zwischen Andernach und dem Brohltal steht unsere kleine blaue Bude. Noch nicht so richtig tief in der Eifel, aber auch nicht mehr am Rhein. Vulkaneifel eben. Und ich liebe die Landschaft der Vulkaneifel. Ich liebe ihre Kargheit und ihre Weite. Und mich fasziniert das Lichtspiel hier oben auf dem Berg. Bei ordentlichem Herbstwetter wechselt hier fast minütlich die Lichtstimmung.

Das Feld auf dem Foto fasziniert mich in besonderer Weise. Für den flüchtigen Betrachter gibt es nicht viel zu sehen: Horizont, Bäumchen, Heustapel - fertig. Ich fahre an dieser Stelle täglich auf dem Weg von meiner Arbeit vorbei. Von Anfang an strahlte diese Stelle eine einzigartige Ruhe auf mich aus. Und mit der Zeit fielen mir dann die winzigen täglichen Unterschiede auf. Mal sind es deutlich sichtbare Unterschiede, wie zum Beispiel das Wolkenspiel. Manchmal ist es aber auch nur eine winzige Kleinigkeit, die sich geändert hat. Gestern war der Heustapel noch höher.

Hier draußen lernt man Kleinigkeiten zu beobachten und zu schätzen. Das liebe ich.

Freitag, 18. Oktober 2013

IronBlogger Köln - Da simmer dabei

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Oh wundervolle Colonia Claudia Ara Agrippinensium, die du deine Existenz der Faulheit römischer Legionäre verdankst, noch 67 Kilometer weiter stromabwärts zu laufen! Du Traum moderner Verkehrsplaner und Albtraum aller Teilnehmer am motorisierten Individualverkehr! Oh Köln, du Heimat großartiger Baudenkmäler, wie dem Parkplatz unter der Zoobrücke! Du Köln, du bist auch Heimat einer Gemeinde von IronBloggern, jenen seltsamen Kreaturen, die sich verpflichten, mindestens einmal in der Woche ihr Weblog zu pflegen oder einen Obulus in eine zu verfeiernde Allgemeinkasse zu zahlen. Eben dieser Gemeinde ist iphelgold.de in dieser Woche beigetreten, auf dass eine Regelmäßigkeit in die Veröffentlichung dieses Blogs vom Lande einkehre.

Ich freu mich drauf!

Mittwoch, 16. Oktober 2013

St. Paul's Cathedral



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Käfighaltung



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Impressions of London III



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Impressions of London II



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Ich bezweifle, dass Kranführer in diesem Fall mein Lieblingsberuf ist.

Impressions of London I



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Freitag, 11. Oktober 2013

#20Dinge über mich

Vor ein paar Tagen hat die @junaimnetz (deren Blog für Politikinteressierte und Väter sehr lesenswert ist) ein tolles kleines Blogstöcken in einen Hashtag verwandelt. #20Dinge füllen seit dem faszinierend meine Timeline. Auch ich füllte. Für alle Nichttwitteristi und befreit von der 140-Zeichen-Kastration habe ich meine #20Dinge noch einmal versammelt:

  1. Ich schreibe und male mit Links, sonst bin ich Rechtshänder. Aber wehe mir jubelt einer einen von diesen neuen Hightech-Dosenöffnern für Rechtshänder unter....

  2. Ich habe eine klassische Trompetenausbildung ab meinem zehnten oder elften Lebensjahr erhalten.Hat auch echt Spaß gemacht, ich durfte viele wunderschöne Konzerte spielen. Mit 34 hab ich mir dann Mandoline beigebracht und spiele seitdem in einer Folkband Irish Bouzouki. Gitarrespiel hat sich mir noch nie erschlossen. Mir will einfach nicht in den Kopf, warum da plötzlich ne Terz in der Stimmung ist. Das ist doch ein Quadratunsinn.

  3. Ich bin froh, mein Geld nicht mit Kunst oder Musik verdienen zu müssen, sondern kreativ sein zu dürfen. Mein Geld verdiene ich mit Begeisterung als Lehrer.

  4. Ich bin in Düsseldorf geboren und aufgewachsen. Und ja, Düsseldorf ist mehr als Schickimicki und Königsallee. Ehrlich! Seit 5 Jahren bin ich überzeugtes Eifeler Landei. Mit meiner Familie wohne ich in der Nähe des Laacher Sees.

  5. Ich bin 39 Jahre alt und liebe es, mit Legosteinen zu bauen. Solche Menschen nennt man AFOL (Adult Fan of Lego)

  6. Mein zweiter Vorname ist Maurice. Als Kind hab ich ihn gehasst. Heute würde ich in gerne häufiger benutzen.

  7. In meinem Haushalt gibt es schon lange keinen Windowsrechner mehr. Dafür ein buntes Sammelsurium aus Linuxen, Apples und iDevices

  8. Ich habe zu viele Computer, bin aber der Meinung zu wenige zu haben. Ich bastele eben gern. Manchmal zerbastele ich auch alles. Meine Tochter hat dafür das wundervolle Wort "kaputtbauen" erfunden.

  9. Ich gehöre zur aussterbenden Gattung der Büchersammler. Ich liebe Bücher. Ich liebe die Aura von Büchern. Und ich liebe es, Bücher, die mir wichtig sind, zu besitzen. Vielleicht bin ich ein Dinosaurier. Aber ich habe ja auch noch Schallplatten und Kassetten. Weil meine Bude zu klein ist, reichen die Bücherbretter übrigens einmal rund um den Flur und ziehen sich sogar das Treppenhaus hinauf.

  10. Ich liebe Science Fiction in jeder Form, kann aber mit Fantasy recht wenig anfangen. Großmeister Tolkien hat dieses Feld meiner Meinung nach zu genüge beackert. Ich finde es ausgelaugt.

  11. Die besten Hörspiele, die je produziert wurden, sind die aus der Horrorserie von Meteor. B-Movies fürs Ohr. (Ja, gut, die ersten 29 ???-Hörspiele lasse ich auch noch gelten, die habe ich ja auch als Schallplatten.)

  12. Ich würde endlich gern meinen Roman zu Ende schreiben. Eine Dystopie in Europa. Mein innerer Kritiker hindert mich leider all zu oft daran.

  13. Ich bin alleine zu Fuß einmal quer durch Island gelaufen.Es war ein großartiges Erlebnis. Reiseberichte finden sich in meinem Blog.

  14. Ich lebe allein unter Frauen. Auf mir lastet nämlich ein alter Familienfluch: Mein Großvater hatte vier Töchter und keine Söhne. Diese vier Töchter brachten es auf zwölf Enkelkinder, zwei von ihnen sind Mädchen. Meine Mutter ist mit drei Söhnen gestraft. Und jetzt bin ich an der Reihe... (Hab ich gesagt, dass ich die tollsten Mädels der Welt hab?)

  15. Manchmal bin ich ein chaotischer Kindskopf. Mit Genuss und Hingabe.

  16. Ich bin Experte für Krankheiten, die sonst keiner haben will. Ich auch nicht.

  17. Ich versuche jedes Jahr aufs Neue Niederländisch zu lernen. Meine Fortschritte sind minimal.

  18. Ich trage seit der vierten Klasse eine Brille. Die Gläser sind kontinuierlich kleiner geworden. Meine aktuelle Brille wurde auch schon als "ein Paar externer Kontaktlinsen" bezeichnet

  19. Misanthropie ist ein wundervoll wohliges Gefühl, dem ich mich mitunter gerne hingebe. Darum gehe ich schon mal freiwillig vor Feiertagen einkaufen, um mich danach am Alleinsein und der Schlechtigkeit der Welt zu freuen.

  20. Einundzwanzig ist die Hälfte von 42.


Update

Ich mag dieses #20Dinge-Dings echt gern. Mittlerweile bin ich über 80 weitere Dinge gestolpert, die ich dem eifrigen Leser oder der eifrigen Leserin ans Herz legen möchte:

  • Pia Ziefle, die Fische besitzt und auch schon mal Eifutter gegessen hat.

  • Das Nuf, eine begeisterungsfähige Geizkörperin.

  • Anne Schüßler, die ihr Essen sortiert und auch ein spezielles Verhältnis zu ihrem Vornamen hat.

  • Rainer König, ein Sonntagskind, das auch schon mal in einer Steckdose rumspielt und ebenfalls Perry Rhodan liest.


 

Montag, 23. September 2013

Merkel hat Recht - Subjektives aus #Neuland

Keine Angst, dies ist kein Abgesang auf die Netzgemeinde. Ganz im Gegenteil.

So, jetzt haben wir den Salat, mit dem niemand so richtig glücklich scheint. Königin Angie I. ist knapp an der absoluten Mehrheit vorbei geschrammt. Niemand mag mit ihr spielen, dummerweise mag im linken Lager auch niemand mit den Schmuddelkindern von drüben spielen. Und die Nerds dürfen sowieso nicht mitspielen. Die Piraten wurden mit 2,irgendwas Prozent versenkt. Die AfD, mit der ich in keinem, ich wiederhole KEINEM, Punkt ihres ohnehin schon mageren Progrämmchens übereinstimme, könnte für die Demokratie dieses Landes vielleicht noch enorm wichtig werden, wenn sie clever ist...

Unangenehme Themen wurden im Wahlkampf 2013 ausgespart, der Michel wurde geschont und spätestens im Februar sind alle wieder total überrascht, dass die Griechen noch Geld brauchen, immer mehr Menschen in Deutschland mehr als einen Job haben und die Vorratsdatenspeicherung wieder eingeführt wird. NSA und GCHQ lesen bis Februar selbstverständlich mit. Ist doch klar.
Uns, der Netzgemeinde ist das klar, einigen anderen sicherlich auch noch. Warum spielten existentielle bürgerrechtliche Themen keine Rolle für die Wahlentscheidung vieler Deutscher?
Ja klar, die einfache Antwort, die nahe liegt: Es tut nicht weh, wenn jemand meine Mails liest, Kinderpornografie ist ein Verbrechen und Terroristen sind ja überall. Und ich hab nichts zu verbergen. Wenn ich aber keine Arbeit habe, meine Familie nicht ernähren kann, ist das vordergründig natürlich viel wichtiger. Natürlich!

Diese Erklärungen für das Scheitern des bürgerlichen Freiheitsgedankens greifen mir zu kurz. Viel zu kurz!
Beispiel gefällig? Die Staatsopernsängerin Andrea N. spricht vom Internet als der "vierten industriellen Revolution". Und die Piraten sind dem Irrglauben verfallen, Netzpolitik würde als Parteithema ausreichen, da in diesen Zeiten die Bürgerrechte nur durch fähige Netzwerkspezialisten verteidigt werden können. (Grüße an die Geheimdienste dieser Welt...)

Beides geht mir nicht weit genug. Wir leben nicht nur in Zeiten der industriellen Revolution (ja gut, auch, ein wenig). Wir haben vielmehr das Glück, in Zeiten einer kulturellen Revolution zu leben, der Tragweite meiner Meinung nach nur mit der Erfindung des Buchdrucks und dem daraus resultierenden Abbau des mittelalterlichen Herrschaftswissens der Kirche verglichen werden kann.

Vielen Analognerds (also auch einem Großteil unserer Politiker) unterstelle ich jetzt mal ganz dreist, diese Tragweite nicht zu sehen oder zu verdrängen. Diejenigen Analognerds, die die Tragweite der digitalen Revolution erkennen, fürchten zurecht um ihre Pfründe (Massenmedien, Meinungsmacher, Politiker, Kulturschaffende....).
Die Netzgemeinde hingegen macht meiner Meinung nach den Fehler, nicht genügend mit der analogen Generation zu kommunizieren. So wird eben lieber eine neue Partei gegründet und online alles beklagt (Hier schließe ich mich durchaus mit ein). Vielen von uns im Netz können die nötigen Veränderungen nicht schnell genug gehen. Unsere Generation ist schnell, manchmal zu schnell.
Schaut man aber kurz auf einige Daten, wird klar, dass wir noch sehr, sehr viel Geduld haben müssen. Als Beispiel möchte ich nur kurz einige Lebensdaten anführen: Johannes Gutenberg wurde etwa im Jahr 1400 geboren, Martin Luther erblickte wohl 1483 das Licht der Welt und Galileo Galileo ist erst 1642 verstorben. Macht in etwa 200-250 Jahre für eine kulturelle, soziale und wissenschaftliche Umgestaltung Europas. Wer sind wir, dass wir glauben, wir könnten die nächste kulturelle Revolution in 10 oder 20 Jahren schaffen...

Insofern: Merkel hat Recht. Das Internet ist für uns alle #Neuland!

Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesen Gedanken für mich persönlich?
1) Ich werde mich politisch engagieren, und zwar auf kommunaler Ebene. Dort kann ich direkt mitwirken.
2) Ich werde versuchen, andere Personen davon zu überzeugen, ihre Meinung wieder laut und im analogen Leben zu vertreten.

Was wünsche ich mir von den politischen Parteien dieses Landes?
1) Liebe Piraten, löst euch auf, es ist vorbei. Ihr seid nicht die Netzgemeinde. Derzeit eint euch nichts, außer einer gewissen Technikaffinität. Tragt euer Wissen lieber raus in die analoge Welt. Dort ist es besser aufgehoben.
2) Liebe SPD, redet endlich mit der Linkspartei!
3) Liebe AfD, geht nach Karlsruhe und klagt gegen die 5%-Hürde. Es kann in einer Demokratie nicht angehen, dass 15% der Wählerstimmen nicht im Parlament repräsentiert werden.
4) Liebe FDP, schmeißt die Karrieristen raus und besinnt euch dessen, was Liberalität und Bürgerrechte wirklich bedeuten. Ich schrieb Bürgerrechte, nicht Konzernrechte. Das ist ein Unterschied.
5) Liebe Grüne, beantwortet mir bitte endlich die Frage, warum Kretschmann und Kuhn nicht im Wahlkampf präsent waren. Warum macht ihr Gewinner mundtot, nur weil sie vielleicht nicht zu eurer Berliner Linie passen.
6) Liebe CDU, bis auf weiteres seid ihr die einzige Volkspartei. Ich bin mir sicher, dass ihr mehr zu bieten habt, als nur die Teflonpfanne an Eurer Spitze. Werdet bitte endlich wieder konkret. Danke.

Donnerstag, 12. September 2013

MiG-21

Ich habe lange nachgedacht, ob ich ein Tötungswerkzeug ästhetisch und kunstvoll darstellen darf. Natürlich war eine MiG-21 eine potenzielle Mordwaffe. Trotzdem hat mich die Linienführung dieses Stückes Technik zutiefst beeindruckt.
Ich habe mich also dazu entschieden, die Bilder eines ehemaligen Kampfflugzeuges der DDR, welches in Lelystad ausgestellt ist, zu zeigen. Vielleicht stimmt ja jemand mit mir überein, dass die Linienführung dieses Flugzeugs trotz seines Hintergrundes durchaus sehenswert ist.

 

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